Dienstag, 31. Juli 2012

Nordsyrien am 31. Juli 2012

Syrien, Aleppo. Salahaddin, 31.07.2012: ausgeräuchertes Komm-Zentrum der FSA
Ehemaliges Kommandozentrum FSA in Salahaddin
Nachrichten aus Aleppo kommen weiterhin bruchstückhaft und in den meisten Fällen mit unbekanntem Wahrheistsgehalt. In der Stadt selbst sind dabei die derzeitigen Verhältnisse mehr oder weniger klar - der Westteil Aleppos, insbesondere die "Neustadt", sind verhältnismäßig ruhig; in Salahaddin ist der Widerstand der Rebellen gebrochen und es wird "nachgesäubert". Von den Rebellenbanden kontrolliert werden die Stadtviertel im Osten, von wo aus sie dann und wann versuchen, die Kontrolle über das Stadtzentrum wiederzuerlangen. Die erste Aktion der syrischen Armee am Samstag war es gewesen, das Stadtzentrum im Bereich der "Zitadelle" zu sichern, um die Rebellengruppierungen so voneinander abzuschneiden. Im Norden der Stadt gibt es stetige Ausbruchsversuche in Richtung der Türkei.

Wochenschau Nahost

Feuer auf dem Pamir: Unruhen in TadschikistanEs gibt ein interessantes russisches Projekt, das in wöchentlichem Rhythmus Nachrichten aus Nahost und Zentralasien in einer Art Zusammenfassung herausgibt. Diese Nachrichten werden auf eine gewisse zugängliche Art aufbereitet und liefern interessante Hintergründe und Analysen, und das auf allgemeinverständlichem Niveau. Das Projekt nennt sich „Umgestaltung der Welt“ (russ. „Mirowoj peredel“, englische Übersetzungen haben „Redivision of the world“) und meint damit die Prozesse, die dokumentiert werden.

Hier soll auf experimenteller Basis einmal das von Kollege Halfdralf erstellte deutsche Voice-Over der aktuellen, erst gestern erschienenen Folge gebracht werden, darunter der Text zum Nachlesen, der zu diesem Behufe auch mit einigen weiterführenden Links versehen wurde.

Sonntag, 29. Juli 2012

Kurden und Beduinen gegen die FSA in Aleppo

Kurdische Kämpfer auf Seiten Assads in Aleppo
Vesti.Ru brachte heute mehrere Meldungen über die Kämpfe in Aleppo. Die Nachrichten stellen an sich keine Sensation dar, allen ist inzwischen bekannt, dass die Offensive der Regierungsstreitkräfte gegen die bewaffneten Söldner und Rebellen seit dem Morgen des Samstag angelaufen ist. Ein Detail dieses Vesti-Berichts ruft allerdings Interesse hervor:

Gegen die bewaffneten Oppositionskämpfer sind [in Aleppo] nicht nur die regulären Streitkräfte angetreten. Gegen die Feinde Assads kämpfen hier auch Kurden sowie verschiedene arabische Stämme. Die Kämpfe in Aleppo stellen somit einen richtigen Bürgerkrieg dar.

Freitag, 27. Juli 2012

Aleppo und Damaskus – aktuelle Lage

Syrien: letzte Widerstandsnester in den Vororten von Damaskus werden gesäubert.
Aus Aleppo kommen Nachrichten über die aktuelle Lage. Das ist sicher kein militärischer Lagebericht eines Generalstabs der Armee, sondern das, was ein Einheimischer wahrnimmt und dokumentieren kann.

Quelle ist einerseits ANNA-News sowie andererseits einige Kommentare aus dem Twitter-Netzwerk.

Die Fortsetzung des Kriegs mit anderen Mitteln

Rote Armee in Washington am Weißen Haus
Der „Arabische Frühling“, der bereits das zweite Jahr anhält, ist zweifelsohne zu einer deutlichen Illustration von Kriegen der neuen Generation geworden, ein Experiment, das es gestattet, in groben Zügen die Perspektiven der künftigen Kriege um die Neugestaltung – oder gar die Umformatierung – von ganzen Regionen und Kontinenten zu zeichnen.

Eine „Neugestaltung der Welt“ ist von einem gewissen Standpunkt eine Sache, die seit langem ansteht, und die derzeit immer noch anhaltende Weltfinanz- oder Wirtschaftskrise zwingt geradezu zu einer schnelleren Umsetzung solcher Fragen. Der Kreditwirtschaft ist das Problem von nicht mehr einzutreibenden Schulden inhärent, genau deshalb folgen Krisen und Kriege, die solche Schulden auf null zurücksetzen, in einem immerwährenden Kreislauf und sind in einem solchen System „normal“.

Dienstag, 24. Juli 2012

Strategiewechsel bei den Saudis?

Der neuerliche Anschlag in Riad, der den stellvertretenden Chef des saudischen Geheimdienstes das Leben gekostet hat, ist – wie das bei kritischen Ereignissen in den Golfmonarchien so üblich ist – im Schatten geblieben und wurde in den Medien so gut wie nicht erwähnt. Es wurde alles unternommen, damit das Vorkommnis nach einer kurzen Meldung möglichst nicht erörtert wurde. Das Königreich hütet seine Geheimnisse, ganz besonders die Geheimnisse des Hauses Saud. Von Anfang an war allerdings eines klar: ein solcher Anschlag ist von den durchschnittlichen arabischen Schahiden nicht zu leisten, mindestens deshalb, weil deren Zellen sowieso von V-Leuten der Sicherheitsdienste unterwandert sind. Wenn also ein solcher Anschlag passiert, riecht es nicht gerade nach der Lunte arabischer Dschihad-Krieger.

Montag, 23. Juli 2012

Vulkan des Unrats

Vorwort zu einem kurzen Lagebericht von ANNA-News aus dem Stadtteil Al-Midan in Damaskus: der Bericht erwähnt anhand der sichergestellten Waffen zwar, die Rebellen hätten sich bestens auf die Erstürmung von Damaskus vorbereitet, die Waffen allerdings, die gezeigt werden (ab 00:54), sind eher alter Schrott. So sieht man zum Beispiel ein MG darunter, das noch aus Al Capones Zeiten stammen muss.

Sonntag, 22. Juli 2012

Tlass Senior in Damaskus

Die „Flucht“ des Manaf Tlass aus Syrien wurde lauthals und breit von den Medien weltweit beleuchtet und als Triumph für die Aggressoren gewertet – „das Assad-Regime bröckelt“. Etwas weniger laut oder fast schon unbemerkt geblieben ist die Nachricht, dass Manaf Tlass sich nicht erst bei den sogenannten „Freunden Syriens“ meldete, sondern sich nach Paris zu seinem Vater Mustafa begeben hat. Und vollkommen ungehört geblieben zu sein scheint die Nachricht, dass er vorgestern nach Damaskus zurückkehrte. Nun stellt sich heraus, dass er nicht allein zurückkam.

Freitag, 20. Juli 2012

Reportage aus Idleb und von der türkischen Grenze

Das ist fast wie Star Trek: dahin, wo noch niemals ein Reporter gegangen ist, da geht Anastasia Popowa von Vesti.Ru hin. In diesem Fall Idleb und die Grenze zur Türkei. Die nachfolgende Reportage von Vesti.Ru ist thematisch relativ breit gefächert. Sie zeugt vom Waffen- und Banditenschmuggel, ausländischen Instrukteuren und Terroristen (sie kommen zu Wort!), ihre Pässe werden gezeigt, ihre Methoden demonstriert. Am wichtigsten aber ist wahrscheinlich die Schlußbemerkung: die Syrer führen seit den Attentaten von Damaskus einen "totalen Krieg" gegen den Terror. Endlich.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Die Chemie stimmt

Das Thema der Chemiewaffen in Syrien beginnt, so langsam zu einem der Hauptelemente der Kampagne gegen die arabische Republik zu werden. ITAR-TASS hat gestern mitgeteilt, dass es zwischen den USA und Israel Beratungen zu Notwendigkeiten und Möglichkeiten eines Einsatzes der israelischen Luftwaffe gegen die Chemiewaffenlager in Syrien gegeben hat.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Mord an Ministern

Mitunter ist zu viel an Information genauso schädlich, wie ein Mangel daran. Die heutige Anschlagsserie in Damaskus wird nun aber selbstverständlich von allen Seiten mit massiven Medienkampagnen begleitet, und dabei sind alle Seiten selbst irgendwie in die Sache involviert und suchen ihren Nutzen, was es schwer macht, aus der Datenflut zu verstehen, was wirklich vor sich geht.

Nichts desto trotz: offensichtlich ist, dass die stabsmäßige Planung der heutigen Anschläge vom Niveau her um ein vielfaches höher liegt, als es die FSA und die x-te islamische Terrorzelle, welche heute jeweils die Verantwortung für die Morde übernommen haben, es je zu leisten imstande gewesen wären. 

Montag, 16. Juli 2012

Anastasia Popowa in Tremseh

Tausendsassa Anastasia Popowa von Vesti.Ru war mit ihrem Filmteam am Sonntag bereits in Tremseh. Die entsprechende Reportage enthüllt unter anderem einige interessante Fakten über die Rolle der UN-Beobachter vor Ort. Der Bericht war wichtig genug, dass sich der russische Außenminister Sergej Lawrow in seiner heutigen Pressekonferenz darauf bezog, das Außenministerium der RF twitterte sogar darüber. Die Reportage von Vesti.Ru macht einen etwas solideren Eindruck als die vorangehende von ANNA-News, bringt aber dieselben Fakten, interviewt sogar teilweise dieselben Personen in anderen Umständen. Das hat einen guten Nebeneffekt: es beseitigt Zweifel an der Authentizität der Reportagen von ANNA-News, bei denen die Interviews der Banditen in einem recht simplen Setup erfolgen.

Wichtiges Fazit: Tremseh ist nach wie vor größtenteils in der Hand der bewaffneten FSA-Banden und die UN-Beobachter geben diesen Deckung.

Syrien, Tremseh: Zeugenaussagen

Heute Nacht wurde von ANNA-News eine Videoreportage zu den Ereignissen in Tremseh veröffentlicht. Da die Sache recht dringend ist, gibt es keine Übersetzung - man hat also Gelegenheit, die Sprache des Originalbeitrags zu genießen. Wer des Arabischen nicht mächtig ist, kann hierunter die Übersetzung ins Deutsche lesen. Quelle: ANNA-News.

Sonntag, 15. Juli 2012

Massaker-Marketing

Massaker-Marketing. Foto: Reuters
Ungeachtet dessen, das selbst die syrische „Opposition“ bereits eingestanden hat, im Ort Tremseh seien nahezu ausschließlich bewaffnete Kämpfer umgekommen, dreht der Westen volle Kanne am Rad der Medien. In jedem Nachrichtenblock heute war zu hören, Assad habe ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Es frisst sich langsam fest.

Die Technik, mit der das Material der Öffentlichkeit präsentiert wird, bleibt ein und dieselbe: anfangs wird in einem Nebensatz ganz hastig zugegeben, dass es keine unabhängig bestätigten Informationen vom Ort des Geschehens gebe, wonach lang und breit die Version der „Opposition“ präsentiert und von Handy-Videoaufnahmen gleicher Qualität und Glaubwürdigkeit untermauert wird.

Samstag, 14. Juli 2012

Der Märchenonkel von Marseille

ANNA-News interviewt einen aus Frankreich kommenden und in Syrien festgesetzten „Dschihadisten“. Hierunter der Text der Reportage, der Videobeitrag ist am Ende des Textes eingebunden. Quelle: ANNA-News.



Ein 48-jähriger Franzose algerischer Abstammung aus Marseille wurde in der Gegend von Al-Haffah bei schweren Kämpfen mit größeren Rebelleneinheiten, die von der Türkei aus nach Syrien eingedrungen sind, gefangen genommen. Fachkundiges Verminen der Bergstraßen und professionell angelegte Hinterhalte hatten es den Terroristen gestattet, den Regierungstruppen empfindliche Verluste zuzufügen. Eine Anzahl moderner Panzer sind durch Minen oder durch den Einsatz von Panzerabwehrwaffen vom Typ „MILAN“ aus deutsch-französischer Produktion außer Gefecht gesetzt worden. Das ist nun allerdings die Handschrift von Profis, nicht von „bewaffneten Demonstranten“.

Freitag, 13. Juli 2012

Tremseh, Provinz Hama

Wieder ein „Blutbad regierungsnaher Truppen“, diesmal in der Provinz Hama. Nach den Angaben mehr oder weniger ungenannter Oppositioneller wurde das Städtchen Tremseh von Regierungstruppen unter Einsatz von schwerer Artillerie, Hubschraubern und Panzerfahrzeugen angegriffen, wonach „alawitische Milizen“ durch die rauchenden Trümmer gestiegen kamen und nach altbekanntem Schema ein Massaker unter der Bevölkerung angerichtet hätten. 200 Opfer, alles selbstredend friedliche Zivilisten.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Waffen-Ping-Pong

Es scheint, als habe Russlands Diplomatie sich das Ziel gesetzt, die Hirne der potentiellen Aggressoren zu überhitzen. Auf jeden Fall scheint es mit den russischen Waffenlieferungen an Syrien, von deren gestern und vorgestern noch die Nachricht kam, diese würden „eingestellt“, alles beim Alten zu bleiben. Die bestehenden Verträge werden weiterhin erfüllt, und verschiedene russischsprachige Ressourcen (wie z.B. Utro.Ru) melden gar, die Waffenlieferungen nach den bestehenden Verträgen werden „um jeden Preis“ ausgeführt. Das betrifft vereinbarte Lieferungen von Luftabwehrsystemen und auch die bereits reichlich diskutierten, instandgesetzten Helikopter.

Reportage aus Duma

Anastasia Popowa von Vesti.Ru berichtet wieder aus Syrien – diesmal allerdings nicht von den vordersten Linien, sondern aus Duma, wo die syrische Armee dieser Tage eine weitere „Hochburg“ – oder besser ein Nest – von bewaffneten FSA-Banden ausgehoben hat. Die Zahlen, die im Bericht genannt werden, sind bedenklich, auch wenn man davon etwas in Richtung Realität abstrahiert.

Montag, 9. Juli 2012

Ein General stand an meiner Wiege

Die syrische Opposition benennt erstmals einen Kandidaten auf den Posten des Chefs einer „Regierung der nationalen Einheit“, wie sie in Genf vereinbart worden ist. Dessen Name fiel in einem Interview, das Michel Kilo, der Führer der „Demokratischen Tribüne“ Syriens, gegenüber dem russischen Radiosender „Stimme Russlands“ gab.

In dieser Woche werden Vertreter einiger syrischer oppositioneller Gruppen in Moskau erwartet. Am 10. Juli wird sich beispielsweise der Chef des SNC, Abdulbaset Sieda, mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow treffen. Heute, am 9. Juli, war bereits Michel Kilo an der Reihe.

Transozeanisches Gekläff


Die Vereinigten Staaten haben recht schnell auf das in Russlands Duma verabschiedete Gesetz über aus dem Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen reagiert und in der OSZE ein offizielles Statement abgegeben, das die Position der USA in dieser Frage verdeutlichen soll.

Eigentlich ist dieses Statement nicht ungewöhnlich. Das Gesetz gefällt ihnen nicht, also haben sie eben etwas dazu abgelassen. Wie Putin einmal in anderem Kontext bemerkte: „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.“ Das ist ein Sprichwort aus dem arabischen Raum. Allerdings gibt es eine interessante Passage in dem Statement zum russischen NGO-Gesetz:

Sonntag, 8. Juli 2012

Mobilmachung

Gestern hat Vesti.ru eine Reportage von Anastasia Popowa aus Homs ausgestrahlt. Eine Sache daran scheint es wert, sie sich noch einmal ins Gedächtnis zu rufen: am Ende des Beitrags ist die Rede davon, dass „gut 10.000 Bewaffnete … inzwischen die Grenze vom Libanon aus überquert (haben) und versuchen, sich nach Homs durchzuschlagen“.

Die Zahl hält man im ersten Moment für eine Metapher oder die Phantasie von Journalisten, die den Beitrag möglichst effektvoll abschließen wollen. Aber die Erlaubnis, diese Reportage in Homs an den vordersten Linien zu drehen, hat das Team von Vesti „von ganz Oben“ bekommen. Vom ersten Mann im Staat. Und aus diesem Grunde bekommt „Vesti“ auch solche Informationen, die man anderweitig einfach nicht öffentlich machen kann. Deshalb sollte man diese Angabe durchaus ernst behandeln, zumal es eine solche Angabe auch bereits aus anderen Quellen (z.B. PressTV) gibt.

Samstag, 7. Juli 2012

Frontberichterstattung Homs

Vesti.ru brachte gestern abend eine aktuelle Frontberichterstattung von ihrer Syrien-Korrespondentin Anastasia Popowa. Diese springt mit den Soldaten der syrischen Armee lockerflockig durch die vordersten Stellungen und gibt Kommentare zu einer aktuellen Operation ab, bei der ein kleinerer Kommandoposten der bewaffneten Rebellen ausgeschaltet wurde. Resultat: ein Toter und vier gefangene Rebellen, ein toter und mehrere verwundete Soldaten.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Abu Ammar

Die ziemlich fadenscheinige Story über Jassir Arafat und das Polonium-210, welche neulich von al-Dschasira initiiert worden ist, wirft auch eine Reihe von nichtmedizinischen Fragen auf.

Erstens ist es vollkommen unklar, wie ein solch blendender Gedanke und ein technisch so schwieriger Sachverhalt ausgerechnet den Journalisten von al-Dschasira einfallen konnten. Und das gerade jetzt.

Resolution zum Großkrieg

Sergej Lawrow. Foto: Reuters
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich in ungewöhnlich scharfer Form zu einer offenbar erneut in Vorbereitung befindlichen UN-Resolution zu Syrien geäußert. Wörtlich wird er bei RIA Nowosti so zitiert... eine Resolution mit Zwangsmaßnahmen, oder eine solche über die Durchführung einer Operation, die Syrien zum Frieden zwingt – genau das wäre eine Intervention. Das können wir nicht gutheißen, davon muss man ausgehen.“

Mittwoch, 4. Juli 2012

Noch mehr NATO-Waffen in Syrien

ANNA-News filmt eine beschlagnahmte Waffenlieferung belgischer Sturmgewehre vom Typ FN FAL. Dieses Sturmgewehr hat übrigens noch aus den 1960’er Jahren den netten Beinamen „rechte Hand der Demokratie“. Wenn man bedenkt, dass die Lieferung von Gewehren ohne entsprechende Munition sinnlos ist, werden sicher noch ein paar Container mit entsprechender Munition unterwegs sein. Die syrische Armee nutzt vor allem Kaliber 7,62x39, die FN FAL-Gewehre brauchen den NATO-Standard 7,62x51; solche kann man also nicht von den Munitionslagern der syrischen Armee erbeuten.

Von der Ablehnung einer auswärtigen Einmischung

abendliche Straße in Damaskus
Ein Vertreter der Gesellschaftlichen Kammer der Russischen Föderation berichtet von seinem Syrien-Besuch (Quelle: vz.ru; Quelle für alle Bilder: @grigorievms)


„Viele Regierungsvertreter sind sich darüber im Klaren, dass Reformen dringend notwendig sind, dass die Zeit dafür reif ist. Doch unter Bedingungen, in denen es täglich Terror und bewaffnete Übergriffe gibt, die vom Ausland unterstützt werden, sind Veränderungen äußerst schwierig“, sagt das Maksim Grigorjew, Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer der RF gegenüber „Vzglyad“.

Montag, 2. Juli 2012

Hoffähige Intellektuelle

RIA Nowosti meldet, dass Vertreter der in Syrien Krieg führenden Auslandsopposition (dieser sperrige Begriff, um nicht gleich zu Beginn mit Anführungszeichen hantieren zu müssen) demnächst auf hoher Ebene in Moskau empfangen werden sollen. Zu den geladenen Gästen gehört der Chef des SNC, Abdulbaset Sieda, sowie auch der „namhafte Politiker und Menschenrechtsaktivist Michel Kilo“.

Beide dieser Figuren leben nicht in Syrien. Von letzterem musste der russische Vizeaußenminister noch dazu erläutern: „Michel Kilo nimmt derzeit am Kairoer Treffen der Opposition teil… Er lebte in Paris und ist ein ziemlich einflussreicher Politiker“.

Die Befreiung von Baba Amr

ANNA-News berichtet wieder aus Homs. Die verbliebenen Rebellenstellungen befinden sich inzwischen voneinander isoliert über mehrere Stadtteile zerstreut. Interessant ist die Dokumentation auch dahingehend, dass man hier den bewaffneten Rebellen nachweist, wie diese – und nicht die syrische Armee – Wohnviertel mit ungezieltem Artilleriefeuer aus selbstgebauten Katapulten (@02:55) eindecken.

Sonntag, 1. Juli 2012

Die Blase von Genf

Die nächste, in manchen Medien als „Durchbruch“ verkaufte Konferenz zu Syrien, diesmal in Genf, hat ein Dokument hervorgebracht, das eine banale Nullnummer ist. Es beruht auf der Initiative von Kofi Annan, von der hier schon die Rede war – auch davon, dass und warum sie von vornherein aus vollkommen objektiven Gründen unerfüllbar war und bleibt.