Dienstag, 12. Februar 2013

Chronik eines Ressourcenkriegs

Vorgestern meldete ANNA-News schwere Kämpfe zwischen der FSA und der Al-Nusra-Front in der Provinz Idleb. Grund für den gegenseitigen Ungemach soll ein von den Islamisten getöteter “geistlicher Führer” der FSA gewesen sein.

Was das für ein Führer gewesen sein soll, bleibt unklar, doch die Tendenz ist klar: immer öfter gibt es solche oder analoge Meldungen über Zusammenstöße oder regelrechte Kämpfe der Rebellenbanden untereinander. Gründe dafür gibt es viele. Die Al-Nusra-Front besteht zum überwiegenden Teil aus irakischen Al-Kaida-Leuten. Die Führung der Front - “Abu Dua” und “Abu Muhammad al-Dscholani” - sind Mitstreiter des Aiman az-Zawahiri. Die Al-Nusra-Front ist die wohl kampfstärkste und hochmotivierte Terrorgruppe der Region, in ihren Reihen steht faktisch eine Internationale aus dem gesamten Nahen und Mittleren Osten, doch es dominieren eben die Iraker. Die Organisation ist auch nicht gerade billig - sie braucht eine ordentliche Finanzierung, und das ist es wohl auch, wohin die Gelder aus Saudi-Arabien und Katar gelangen.

So, wie es aussieht, führt die gekürzte Finanzierung von Seiten der Golfmonarchien zu ebensolchen Zusammenstößen zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Die Widersprüche zwischen ihnen sind tief; ähnlich war es bereits in Libyen, wo die Rebellenbanden, die noch gemeinsam gegen Gaddafi gekämpft hatten, sich nicht minder wild aufeinander stürzten. In Libyen kam es jedoch im Verlauf des verhältnismäßig “kurzen” Krieges noch nicht zu einer merklichen Aktivierung solcher Widersprüche, und die Kämpfe zwischen den verschiedenen Gruppen gingen dann schon nach der “Befreiung” Libyens voll los, als dieses leidgeprüfte Land schon keine Schlagzeilen mehr machen (sollte). Von solchen Auseinandersetzungen war also wenig zu lesen, und wenn die Meldungen durchsickerten, wurden sie oft mythologisiert - beispielsweise wurden die Bewohner Bani Walids allesamt zum “Grünen Widerstand” erklärt. Die würden sich wundern. Tatsächlich ging es da eher um den ewigen Kampf zwischen Bani Walid und Misurata.

In Syrien führt der sich in die Länge ziehende Krieg und das offensichtliche Nachsehen der Rebellenbanden in der heutigen Konfiguration zu Verteilungskämpfen um die schwindenden Ressourcen. Nicht nur finanzieller Art. Rebellen gibt es Unmengen, die müssen ganz banal ernährt werden, und mit Versiegen der Finanzierung gibt es eben wohl auch keine Kost & Logis mehr frei. Man muss sich das kaufen. Ebenso verhält es sich mit Waffen und Munition - wie auch immer man die Sache dreht, die Rebellen brauchen Geld.

Teilweise läßt sich dieses Problem wohl mit Raub und Entführungen lösen, was in den “befreiten” Gebieten wohl die florierendste Branche ist. Doch sie reicht nicht und ist nicht “nachhaltig”. So kommt es eben zu den oben beschriebenen Zusammenstößen.

Sicherliche kann sich die Armee nicht darauf verlassen, dass die Rebellen sich irgendwann gegenseitig ausmerzen. Präsident Assad hat den Syrern nach dem Massaker in Aleppo vor einiger Zeit bereits versprochen, die Al-Nusra-Front bis zum letzten Mann zu vernichten.

Hierunter noch ein Gespräch, das Marat Musin von ANNA-News mit Journalisten der Moskauer Zeitung “Zavtra” führte. Der Titel dieses Posts stammt von dort - mir fiel kein anderer ein, obwohl er die Inhalte hier sicher nur ungenügend widerspiegelt. Marat Musin läßt sich in diesem Interview über die aktuelle Lage in Syrien (die er ja selbst erlebt) und über Zusammenhänge im Hintergrund aus. Es ist in meiner Erfahrung sehr schwierig, seine frei gehaltenen Reden zu Papier zu bringen. ZAVTRA.ru hat’s versucht, aber man merkt schon einiges Chaos. Trotzdem lesenswert, mindestens als Zeugnis aus erster Hand und von der Frontlinie. Anm.: Marat Musin ist ein Dr. der Wirtschaftswissenschaften und Professor (Lehrstuhl für strategisches und Krisenmanagement an der Staatlichen Wirtschafts- und Handelsuniversität in Moskau).



ZAVTRA: Marat Masitowitsch, Sie sind der Leiter einer Gruppe von Journalisten der Nachrichtenagentur ANNA-News, und sind vor ein paar Tagen von der Frontlinie zurückgekehrt, wo sie syrischen Streitkräfte gegen die Rebellenbanden kämpfen. Wie ist derzeit die Lage in Syrien? Was passiert in Damaskus?

Daraja - Front nahe der Hauptstadt


Marat Musin: Wir sind in Daraja, einem Vorort von Damaskus, gewesen, wo eine größere Gruppe Rebellen umstellt ist; wir sind bis in Sichtweite ihres Haupt-Kommandozentrums vorgedrungen. In manchen Augenblicken befand sich der Gegner kaum zwei Meter von uns weg, hinter einer Wand... und wir warteten auf den Angriff.

Unter den Rebellenbanden gibt es sehr viele Ausländer. Auf jeden Fall habe ich dutzende ihrer verbrannten Leichen dokumentiert. Die Leichen der Ausländer werden verbrannt, damit man sie nicht identifizieren kann. Syrer werden hingegen beerdigt.

Angeworben werden in diese Banden Syrer aus den kaum gebildeten Schichten und Arbeitslose - gegen ein paar Groschen und Drogen. An den Frontlinien finden wir andauernd Spritzen, Ampullen und Tabletten - sie liegen direkt auf den Straßen herum.

Auf einem Schützenpanzerwagen kamen wir unter der Deckung von zwei Panzern zu einem eingenommenen Kommandopunkt der Rebellen heran - es handelte sich dabei um ein paar unterkellerte Gebäude, die mit Schießscharten und Schützenpositionen ausgestattet waren. Um diese Gebäude gab es 9 Tage lang heftige Kämpfe. Wir wurden auch beschossen, in der Panzerung blieben die Spuren von 12,7-Millimeter-Geschossen zurück. Hier, im Bereich der Medresse von Daraja, wurde eine recht große Einheit Salafiten vernichtet. Bei der Erstürmung sind 4 Soldaten und ein Leutnant unter schwerem Gegenfeuer in das Erdgeschoss des Gebäudes eingedrungen und haben dieses Stockwerk gesichert. Daraufhin haben acht Soldaten unter dem Kommando eines Oberst das zweite Stockwerk eingenommen. Die Rebellen zogen sich in die Kellergewölbe zurück und saßen still, ohne zu schießen. Als die Hauptmacht der Armee ins Gebäude einzog, schossen sie den Soldaten durch Ritzen und Löcher in die Beine. Acht von denen, die zu Boden gingen, wurden durch Kopfschüsse getötet. Nach dieser Episode wurden verständlicherweise keine Gefangenen mehr gemacht. Die Leute waren wirklich in Rage. Man hat später über 90 Leichen aus diesem Kellergewölbe geborgen. Der Kommandeur dieser Salafitenbrigade war ein Saudi, er und sein Sohn sind dort erschossen worden.

Später kamen wir an Stellungen, von denen aus die Erstürmung eines befestigten Viertels der Banditen beginnen sollte. Wir haben gehört, wie sich die Offiziere mit den Rebellen im Nachbarhaus in Wortwechsel einließen; die Banditen lehnten es ab, sich zu ergeben, und antworteten mit Schimpftiraden. Die Soldaten verloren also die Lust am Verhandeln, eine Sturmgruppe ging los und vernichtete sie.

Auf derlei Einsätze gehen bei den Syrern nur Freiwillige - das habe ich mit eigenen Augen gesehen.

ZAVTRA: Die syrisch Armee führt unentwegt Kämpfe in Ortschaften, erstürmt die Positionen der Terroristen und unternimmt Anti-Terror-Einsätze. Wie ist Ihre Meinung zu den Fähigkeiten der Soldaten, was deren Einsätze und die persönlichen Qualitäten anbelangt?

Motivation & Moral


M.M.: Die syrischen Soldaten und Offiziere legen Beharrlichkeit und Heldenmut an den Tag. Mitunter grenzt ihre Aufopferung an Leichtsinn. Doch diese Eigenschaft zeugt ohne viele Worte von ihrer Furchtlosigkeit und der Bereitschaft, sich für ihr Vaterland zu opfern.

Syrische Soldaten.
Foto von Anhar K. Von ihr selbst gibt's nichts Neues
Als wir unterwegs durch eine gefährliche Gegend waren, wurden wir von einfachen Soldaten, die nicht einmal Schutzwesten trugen, rechts und links abgeschirmt. Unser Begleiter hat uns dann und wann einfach gewarnt: “Vorsicht, hier ist es gefährlich!” und uns durch seinen eigenen Leib abgeschirmt. In Daraja gerieten wir unter Scharfschützenfeuer. Wir mussten über eine Straße sprinten, die durchschossen wurde. Beinahe wäre unser Kameramann erschossen worden. Der Scharfschütze tat einen Fehlschuss. Als ich auf dieser Strecke stolperte und fiel, kamen sogleich zwei Soldaten heran, um mich aus dieser Lage zu retten. Beide waren auf offener Straße in der Schußlinie. Dabei kenne ich nicht einmal die Namen dieser Soldaten.

Und solche Fälle gibt es viele. Unter den einfachen Soldaten gibt es wirklich Helden. Wir kamen einmal unter Sperrfeuer. Unser Begleiter, ein junger Mann von vielleicht 20 Jahren, wurde von einer Kugel kurz unterhalb des Herzens getroffen. Die Wunde war schrecklich, alles war zerrissen. Er überlebte, verbrachte drei Monate auf der Intensivstation und kam später in seine Einheit zurück, mit Kalaschnikow und Pistole. Er hat sich eben entschieden.

ZAVTRA: Woher haben die Rebellen in Syrien denn so viel Waffen?

M.M.: Waffen haben sie genug. Scharfschützengewehre, Panzerabwehrwaffen, Maschinengewehre - alles ist da. Es gab viel alten Plunder, denn z.B. aus Libyen kamen frachterweise Waffen, darunter auch aus US-amerikanischer und israelischer Produktion. Weiterhin ist der Kanal aus der Türkei offen. Wir haben selbst gesehen, wie die Syrer Lufteinsätze flogen, und die Rebellen beharkten sie mit Boden-Luft-Raketen.

Die syrische Aufklärung hat Informationen darüber, dass in den Flüchtlingslagern in der Türkei britische und amerikanische Instrukteure Al-Kaida-Leute ausgebildet haben, welche denn auch mit den MANPADS ausgerüstet wurden. Die Rebellenbanden benutzen auch Flammenwerfer, eine Waffenart, die ich bei den Syrern nicht gesehen habe. Sie besitzen auch hochpräzise, weitreichende Scharfschützengewehre und Computersysteme zur Steuerung derselben, Panzervernichtungswaffen... Die Syrer benutzen hingegen unsere Panzer, T-72 mit dynamischer Panzerung. Sie kämpfen und besiegen diese aufgepeppte internationale Militärmaschinerie.

ZAVTRA: Trifft es zu, dass es unter den Rebellenbanden eine große Zahl an Ausländern gibt?

Freiheit für Palästina = Terror gegen Syrien?


M.M.: Das trifft zu. Dabei denken viele von denen sogar, dass sie.. auf dem Territorium Israels für die Freiheit Palästinas kämpfen! Da gibt es beispielsweise Afghanen, die gar nicht wissen, was Syrien überhaupt ist. Ich habe unzählige solcher Leichen gefilmt, die sie nicht zu verbrennen geschafft haben. Saudis und Pakistanis kann man zum Beispiel oft an den mit Henna gefärbten Bärten erkennen. Wir finden auch unentwegt Geld in ausländischen Währungen, aus Libyen, dem Sudan, der Türkei.

Marat Musin war als erster Journalist nach dem Massaker
von Al-Hula vor Ort.
Die geheuerten Söldner sind vor allem Islamisten aus Problemgebieten. Das Anwerben kostet nicht viel: für 400-500 US-Dollar gehen sie in den Tod. Schuhada werden gekauft. Väter verkaufen einfach ihre Söhne, damit diese sich irgendwo in Syrien in die Luft sprengen. Aktiv sind auch und vor allem irakische Zellen der Al-Kaida. Ich habe insgesamt 12 Mann interviewt, die Kommandeure verschiedenen Ranges in der sogenannten Al-Nusra-Front waren. Vor ungefähr einem Monat hat das US-State Department diese Struktur auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt. Das ist wie der Klassiker: “Ich habe dich geboren, ich werde dich auch töten.” (Anspielung auf Nikolaj Gogols “Taras Bulba” - apxwn.)

ZAVTRA: Was denken Sie, wird der Zustrom von Söldnern nach Syrien noch zunehmen, oder ist die Spitze bereits hinter uns und die Zahl dieser Gruppierungen wird sinken?

Hintergründe: Strategiewechsel der US-Nahost-Politik


M.M.: Wenn man in Betracht zieht, dass die USA ein Fiasko ihrer Nahost-Politik eingestanden haben, so kann man annehmen, dass sie von ihrer Doktrin, Krieg mit den Händen salafitischer Kommandos zu führen, Abstand nehmen. Dieser Prozess nahm nach dem Mord am US-Botschafter in Libyen am 11. September 2012 seinen Anfang. Gerade dieser Botschafter war es ja, der die Al-Kaida gewissermaßen betreut hatte. Wir sind inzwischen sehr sicher, dass die USA den Abbau der Trainingslager von Terroristen durchgewunken haben.

Die Ablösung von David Petraeus, welcher der Urheber des militärischen Konzepts ist, das auf den “salafitischen Komintern” setzt, zeugt davon, dass die Kriegspartei der NATO abgelöst worden ist. Mit dem Amtsantritt des neuen US-Verteidigungsministers, der dem Iran gegenüber etwas freundlicher gesinnt ist, wird klar - Washington zieht seine Schlüsse aus den Fehlern, und auch dort treten etwas vernünftigere Leute auf die Bühne. Syrien nun ist zu einer Deponie geworden, wo die Rester des aufgegebenen salafitischen Projekts entsorgt werden.

ZAVTRA: Fachleute führen an, dass, nachdem man Syrien zwei Jahre lang mit Krieg gebeutelt hat, inzwischen die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA und ihrer Verbündeten in den Vordergund rücken. Worin macht sich das bemerkbar?

M.M.: Offensichtlich wird man sich jetzt mit dem Iran darüber einigen, die Erdgasleitung Iran - Irak - Syrien zu verlegen. Katar bleibt im Fokus der strategischen Interessen der Vereinigten Staaten: das ist nichts anderes als Exxon-Mobile. Unsere Analytiker sagen, dass das Tandem USA-Katar Ägypten quasi aufgekauft hat. Vor einem Monat gaben sie den Ägyptern einen Kredit über 5 Milliarden US-Dollar, von denen eine Milliarde geschenkt war. Weitere 23 Milliarden werden in eine Erweiterung des Suezkanals investiert sowie in ein Erdgasverflüssigungsterminal an der Küste. Die Amerikaner haben ihren Präsidenten in Ägypten eingesetzt, indem sie das von ihnen kontrollierte Projekt “Moslembrüder” aktiviert haben. Wenn Mursi sich seinerzeit in den Vereinigten Staaten mit Raketentechnik befasst hat, so ist es nur normal, ihn mit den Geheimdiensten dieses Landes in Verbindung zu wähnen. (...) All das läuft im Rahmen der Strategie, das Erdgas aus dem Norden - aus Russland - durch das Erdgas aus dem Süden zu ersetzen, welches von den US-Verbündeten oder zu ihnen neutralen Staaten stammt. Das ist nichts weiter als ein Schlag gegen Gazprom, ein Preiskrieg und eine Überführung unserer potentieller Verbündeter ins Lager unserer potentiellen Konkurrenten und Feinde. Das Ziel besteht darin, Iran von China zu entfremden und ihn mit Gazprom kollidieren zu lassen - also mit Russland. Dass sieht man recht gut am Vorgehen Katars und den Neubesetzungen im US State Department.

Was Syrien in dieser Situation zu tun hätte, ist soweit klar. In diesem Jahr wird der Krieg vorübergehen. Die Versuche, Baschar al-Assad zu liquidieren, werden noch um die 6-9 Monate anhalten. Katar hat Israel seinerzeit zwei Jahre kostenlose Erdgaslieferungen angeboten, wollte der Mossad die gezielte Tötung Assads vornehmen. Der Mossad hat allem Anschein nach diese Information durchsickern lassen. Bekannt ist jedoch auch, dass private europäische Militärfirmen Gelder für die Liquidierung syrischer Regierungsmitglieder empfangen haben (...).

ZAVTRA: Es gab die Meldung, dass die Familie Baschar al-Assads schon de facto an Bord eines russischen Militärschiffs ist...

M.M.: Unsinn. Erstens war ich Zeuge von Telefonaten meiner Bekannten mit dem syrischen Präsidenten. Mitunter beschweren wir uns bei ihm auch, dass unsere Arbeit behindert wird. In Syrien werden Journalisten behütet, und wir filmen ja nun gerade an den Frontlinien. Sicher, wir versuchen, keine Militärgeheimnisse mit preiszugeben.

Ich möchte noch einmal unterstreichen - der Druck wird noch maximal ein halbes Jahr aufrechterhalten. Das sieht man übrigens auch an der Art der Terroranschläge. Während man ehedem Bomben sprengte, um möglichst viele Menschen unter der Zivilbevölkerung mit in den Tod zu reissen, so attackiert man inzwischen gezielt Einrichtungen der Grundversorgung, um die Bevölkerung zu provozieren und das alles auf Assad abzuwälzen.

M. Musin in der Zitadelle von Aleppo
Wir kamen beispielsweise nach Harasta - eine gesäuberte Ortschaft. Kurz bevor wir ankamen, wurden drei Arbeiter einer Großbäckerei erschossen. Harasta blieb eine Woche lang ohne Brot. Und wer trägt die Schuld? Die Rebellen stellen auch Videokameras auf, und “plötzlich” geht an der Stelle, an der sie filmt, eine Granate nieder und reißt 60 Menschen in den Tod, die dort nach Brot anstanden. Solch ein Online-Terrorangriff! Sie können dreimal raten - wessen Granate ist das, wenn die Rebellen vorher wissen, wo sie zu filmen haben? Getönt hat es aber in der ganzen Welt: “Baschar hat vom Flugzeug aus eine Schlange nach Brot anstehender Menschen weggebombt.” Damit ist aber klar, dass die Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln, oder mit Heizöl zum Beheizen der Wohnungen dazu da sind, die Menschen auf die Straße zu treiben. Die salafitischen Brigaden sind an dieser Aufgabe gescheitert. DIe Banditen, Vergewaltiger, die Junkies unter den Syrern, die Ausländer, die man dort zu Hunderten hat ins Gras beißen lassen, haben ihren Auftrag nicht erfüllt.

Wenn die amerikanische Militärdoktrin auf menschenfresserische Strömungen setzt, auf solche, wie den “salafitischen Komintern”, so ist das ein Weg in den Abgrund. Die Rebellen sagen: “Wir killen alle, die keine Salafiten sind, die Frauen und Töchter werden wir vergewaltigen, sie werden zu unseren Sklavinnen.” Sie sehen selbst, welche Wahl jeder normale Mensch hat - entweder sich außer Landes begeben, oder zur Waffe greifen und seine Stadt, seine Straße, sein Haus, seine Verwandten und Freunde beschützen. Viele in Syrien haben ihre Entscheidung getroffen. Natürlich gibt es auch eine gewisse Menge an Feiglingen, Verrätern, welche der Meinung sind, dass sie die Sache aussitzen können. Das ist eben wie überall.

Diese menschenfresserische Kriegskonzeption ist es aber auch, die in Syrien zur Gegenreaktion geführt hat: die Menschen begannen zu kämpfen, Syrien hat seinen Himmel mittels Luftabwehr dichtgemacht. Hätten wir damals solche Systeme die Donau hinauf zu den Serben gebracht, bevor die Aggression gegen Jugoslawien begann, so hätte die NATO-Luftwaffe dort kein so leichtes Spiel gehabt. Syrien nun ist “dicht”, es sind moderne Systeme der Luftabwehr in Stellung und Alarmbereitschaft. (...)

Dem syrischen Volk steht eine vollkommen andersartige Organisation, andere Werte, ein leicht zu manipulierendes, agressives Medium gegenüber. Bei den Rebellenbanden sind Fatwas im Umlauf, die es ihren Mudschaheddin gestatten, unter den Bedingungen des “heiligen Krieges” Menschen zu vergewaltigen... in Homs habe ich einen zweifach vorbestraften Banditen befragt. Dieser Bandit, selbst ein Sunnit, hat Sunniten vergewaltigt. Und sich rechtfertigt: “Ich habe sie doch nicht getötet!”.

M. Musin in Homs, Baba Amr
In den christlichen und alawitischen Vierteln von Homs sind von den dort lebenden ca. 20.000 Frauen um die 1.200 entführt, vergewaltigt und umgebracht worden. Auf der “anderen Seite” wirkt ein krimineller Pöbel. Die Technologien sind erprobt - Gelder aus dem Ausland, Blockade von Straßen, Raub, Mord. In gewissen NATO-Dokumenten liest man zu dieser Technologie auch im Klartext: solches Humanmaterial wird von Instrukteuren gesteuert. Offen und pragmatisch wird da auf hirnverbrannte Verbrecher gesetzt. Es ist wie in Libyen, als man solche Leute en masse aus den Gefängnissen herausließ und sie dann in den Kampf schickte.

ZAVTRA: Nicht nur die syrische Armee, sondern wohl auch die gewinnen an Erfahrung, welche dieser entgegenstehen. Gibt es dadurch für Russland ein erhöhtes Risiko, mit einer solchen Masse an Wahhabiten zusammenzustossen, die auch noch im Nahen Osten ihre Erprobung durchlaufen haben?

Wohin “nach Syrien”?


M.M.: Scheich al-Qaradawi, der die Terroristen schon damals während des zweiten Tschetschenienfeldzugs unterstützte, ruft sie ja jetzt bereits schon dazu auf, gegen Russland vorzugehen. Und er ist es ja, der als eine der einflussreichsten Führungspersönlichkeiten in wahhabitisch-salafitischen Kreisen gilt. Am 12. Oktober des vergangenen Jahres, als es um Fragen der Finanzierung salafitischer Extremisten ging, hat er offen verkündet, dass der Hauptfeind nicht die USA sind, sondern Russland.

Es wird Versuche geben, die Situation im Wolgagebiet, im Ural und im Nordkaukasus zu destabilisieren. Allerdings geht derzeit die von US State Department wohlwollend unterstützte Finanzierung dieser Strömungen zurück. Im Großen und Ganzen ist dieser strategische Plan der Angelsachsen gegen Russland gescheitert.

Meine Bekannten unter den Armeeangehörigen schätzen, dass man die Salafiten noch im Verlauf von vielleicht zwei Jahren in Syrien vernichten werden muss. Ich meine, der amerikanische politische Zyklus ist recht kurz - sie werden sich vielleicht noch ein halbes Jahr lang in Geduld üben, hernach wird verhandelt. Sie werden die für sie passenden Entscheidungen, auch in Russland und im Iran, dann einfach kaufen, sicherlich nicht, ohne vorher unsere Verhandlungsposition maximal geschwächt zu haben, um es möglichst billig zu haben. Allerdings werden die Saudis klammheimlich, wie es scheint, aufgegeben. Darin sind sich die Experten eigentlich einig. (...)

ZAVTRA: Es scheint, als widmen wir dem Schlüsselland Türkei etwas zu wenig Aufmerksamkeit...

M.M.: Die Türkei wollte wohl zu einer Art Ukraine werden (aus russischer Perspektive ein Transitland für Ressourcen - apxwn). Den Türken gefiel der Gedanke, dass, geht der Erdgastransport einmal durch ihre Gebiete, sie profitieren und sich entspannt zurücklehnen können; deshalb haben sie bei der ganzen Sache auch so aktiv mitgemacht. Doch wie es sich herausstellte kann man Erdgas verflüssigen, und man muss dabei eben nicht unbedingt eine Pipeline durch die ganze Türkei ziehen. Insofern ist Erdogan eine politische Leiche, denn er hat die Armeeführung ausgetauscht, die sich kategorisch gegen einen Krieg ausgesprochen hat. Die Türken bekamen Probleme, als sie erfuhren, dass man um ihrem Einflussbereich herum auch zivile Flugzeuge abzuschießen gedenkt. Wir wissen aus sicherer Quelle, dass die NATO-Instrukteure die Al-Kaida-Kämpfer darauf abrichten, auch solche Flugzeuge ins Zielfeuer zu nehmen. Sicher ist Russland für sie Feind, aber die Türkei liegt nun einmal viel näher, so dass sie sich erst einmal dort umtun werden. Käme es zu einer Islamisierung in deren radikaler Auslegung, so bedeutete das ein Auseinanderfallen der Türkei. Solche Prozesse gehen dann Richtung Europa weiter - beispielsweise in Frankreich und Deutschland. Gegen die Türken wirkt auch der kurdische Faktor. Warum sollten die Kurden sich keine tragbaren Boden-Luft-Raketen beschaffen können?

ZAVTRA: Stehen die Kurden in der jetzigen Situation eher auf Seiten der syrischen Regierung?

Syrisch-türkische Grenze
M.M.: Nun, sie haben annähernd die Hälfte der syrischen Grenze zur Türkei dicht gemacht. Es ist eine andere Sache, dass, hast du einmal weitreichendere Autonomie gekostet, du sie nicht wieder hergeben willst. Das ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Das wird es wohl auch sein, warum man die Drusen nicht unter Waffen gestellt hat. Sie hätten ja die Grenze nach Jordanien sichern können.

ZAVTRA: In der berühmten Januarrede hat Baschar al-Assad ausgesagt, dass ein Krieg unter einer neuen Maske gegen Syrien geführt wird. Was hat das zu bedeuten?

Terror-Technologien


M.M.: Gegen Syrien werden Technologien einer Manipulation der Gesellschaft eingesetzt. Die Aufgabe der Rebellenbanden ist es, die Bevölkerung auf ihre Seite zu bringen, entsprechende Bruchstellen zu finden, damit auch andere Kreise - Beamte, Ärzte, Sozialarbeiter - die Seiten wechseln. Die einen kauft man, die anderen bedroht man, irgendwo schießt man mit Granaten auf eine Menschenmenge und sagt dann, “das war Assad”. So funktioniert das. Im Großen und Ganzen ist es nicht so wichtig, was passiert ist, sondern das, wie das gezeigt wird. Das ist wohl das Merkmal der Rohstoffkriege des 21. Jahrhunderts, im Unterschied zu den Kriegen des 20. Jahrhunderts. Wie sich allerdings herausgestellt hat, kann man dieser gigantischen Medien- und Gehirnwäschemaschinerie widerstehen.

ZAVTRA: Viele Syrer sind der verbreiteten Meinung in die Falle gegangen, dass es sich hier um einen Konflikt zwischen der Regierung und der Opposition handelt. Es sieht so aus, als seien auch viele Menschen in Russland und in der ganzen Welt diesem Irrtum aufgesessen.

M.M.: Man muss immer zu verstehen suchen, wessen Interessen hinter diesem oder jenem Prozess stehen, mit wessen Händen er durchgeführt wird. Was ist das für ein Konflikt - ein künstlich geschaffener oder ein objektiv vorhandener? Die USA haben den Syrern verkünden lassen: “Jungs, wir werden euer Land umformatieren und es in den Asphalt stampfen... alles das für euer kommendes Glück - ihr werdet besser leben, für euer eigenes Geld, denn eure Bürokratie hat sich einfach zu viel unter den Nagel gerissen. Die Konten frieren wir ein, geben den Rebellen und Salafiten von der Al-Kaida die Möglichkeiten, alles schnell zu bereinigen.” So wurde Libyen gekauft, zerlegt und zerstört, dort, wo jetzt die Hungerleider klagen: “Wir dachten, dass wir besser leben werden, es ist aber viel schlimmer, als unter Gaddafi!”. Dort ist ja sogar schon die Selbstmordrate auf Grundlage dieser sozialen Lage merklich angestiegen.

Was habt ihr denn gedacht? Man hat es euch doch klar gesagt: “Was tut ihr? Ihr vernichtet euer eigenes Land im Interesse des Rockefeller-Clans, der britischen und französischen Erdölhändler.” War doch aber klar, Berlusconi hat alles offen gesagt...

Quelle: zavtra.ru

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Finde die Rede von Marat Musin wurde sehr gut übersetzt und wiedergegeben. Interessanter Überblick zur derzeitigen Lage, Motiven der Parteien und erwarteten Entwicklungen. Danke für diese Informationen. Für mich die erste Informationsquelle wenn es um diesen tragischen Konflikt geht.

Anonym hat gesagt…

Hab heute nach Marat Musin gegockelt und bin auf 2 Blogs gestossen, die Musin als Judenhasser, Manipulator und Propagandainstrument des syrischen Regimes + Russland/Iran bezeichnen.

Wie in den Artikeln der Blogs zu lesen war, bezeichnen sie sich als linke Blogs. In den Tagclouds der Blogs sind die Wörter Antisemitismus und Verschwörungstheorie besonders dick gekennzeichnet. Es gibt aber auch andere Blogs ausdie man als links bezeichnen kann, wo Herr Musin nicht so schlecht weg kommt. Z.b. Junge Welt

Ich habe in deinen Translations nicht den Eindruck gehabt, er sei propagandistisch oder manipulierend, im Gegenteil. Eigentlich sehr sachlich und neutral. Da war die Anna schon euphorischer übersetzt :)

Insofern frage ich mich/dich, was ist dran an solchen Vorwürfen und was ist die Motivation hinter solchen Vorwürfen?
Wiso schreiben einige Linke über Herrn Musin so, andere so?

Danke Franz

apxwn hat gesagt…

Eine solche Einschätzung M. Musins kenne ich nur von "Arprin", der sie daher ableitet, dass Musin stellv. Vorsitzender eines Komitees für Solidarität mit den Völkern Libyens und Syriens ist, in dem angeblich auch "Antisemiten" sitzen. Keine Ahnung, wie man zu diesen Ansichten kommt. Gängig ist allerdings, dass man Menschen, welche die Politik der israelischen Regierung kritisieren, schnell als "Antisemiten" bezeichnet. Das funktioniert in .de, da nachhaltig antrainiert, inzwischen ganz gut: Hohmann, Jebsen, Augstein, Grass, etc. etc. - das ist der Hebel, mit dem man ohne Argumente alle möglichen "Widerborste" ruhigstellen kann.

Anonym hat gesagt…

..verstehe, danke!

TomGard hat gesagt…

Kommandeure, apxwn, die ihre Leute nicht vor Bluträuschen schützen, gehören degradiert und, falls man ihnen zugestehen will, dem Streß erlegen zu sein, und nicht zu pathologischen Killern mutiert, in eine verständnisvolle Schulung gesteckt.

Und Journalisten, die Reden über Gelichter und Gesindel ergänzen, indem sie Bluträusche stillschweigend abnicken oder gar gutheißen, richten im Maße, wie sie Beifall finden, mehr Schaden an, als das Gelichter, indem sie die Zerrüttung der Zivilgesellschaft verdoppeln bis vervielfachen.

Kannst Du mir folgen?

apxwn hat gesagt…

Sicher. À la guerre comme à la guerre. Ich glaube wirklich nicht, dass dass wir in der Position sind, den Syrern jetzt solche Vorhaltungen zu machen. Es wird später ohnehin Jahrzehnte brauchen, die ganzen Wunden heilen zu lassen.

TomGard hat gesagt…

Sicher sind Du und ich nicht in der Position, aber findest Du nicht, daß schon ein wenig gewonnen wäre, wenn Du diesen Dialog sinngemäß in Dein Vorwort aufnähmest?

Antraxxxa hat gesagt…

TomGard: woher nimmst du die informationen das solche vorfälle passieren? würde mich ehrlich mal interessieren

TomGard hat gesagt…

Du verblüffst mich, Antraxxxa. Lies vielleicht mal den Artikel.

TomGard hat gesagt…

Antraxxxa et al

Ich wollte darüber kein Faß aufmachen, weil der Anlaß gar nicht gut dafür taugt.

Mir kommt es gar nicht darauf an, ob die syrische Armee Massaker begeht, oder nicht. Jedes Kriegsgeschehen hat einen rassistischen Boden, das liegt in der - na, ich nenn es mal ausnahmsweise: "Psychologie" des Massenmordes begründet.

Der Massenmord stellt die Kämpfer nicht vor eine Besonderheit oder Bestimmtheit des Gegners, seiner Kampfesführung oder sonst irgend welcher Eigenarten, der Massenmord enthebt den Feind sogar seines Status "als" Feind. Dieser letzte Übergang ist gemacht, wenn Wehrlose, Verwundete, Gefangene massakriert werden, die halt kein Feind mehr sind, sondern überwunden. Der Blutrausch gilt nicht ihm, sondern dem Feindbild dessen, der tötet, das ist es, was er (scheinbar, und für den Moment) mit den letzten Lebenszeichen des Feindes beseitigt.

Im Einzelfall - also außerhalb des kriegerischen Massenmordes - ist das eine Entlastungshandlung, doch im Krieg wird die Entlastung zwangsweise durch die Folgekämpfe für ihr Gegenteil mobilisiert, die Reaktivierung des Feindbildes, und dann ist fast schon das Vollbild einer pathologischen Mordsucht erreicht. Darauf ist nicht die Gegnerschaft, auch nicht die Feindschaft Grund und Anlaß zu töten, sondern das in das Feindbild aufgehobene Dasein des Gegners, das durch diese mentale Operation in ein "Wesen" verwandelt wird, das ausschließlich aus dem SToff des Feindbildes besteht. Das nenne ich den Rassismus des Massenmordens und ist, wie gesagt, eine grundsätzlich unvermeidliche, allenfalls einzudämmende Erscheinung in Kriegen, die das Format tribal-kommunaler Waffengänge überschreiten.

Das gabs also in allen Kriegen, die uns überliefert sind. Aber der Umgang damit außerhalb der Schlachtfelder, der ist in neuerer Zeit deutlich verändert.
Darüber hätte ich viel zu sagen, schreibe hier nur das Resumee hin:
Aus meiner Sicht ist ein großer Teil der demokratischen Öffentlichkeit des Westens geistig schon derart verstrickt in die nominalistische Begriffswelt religiöser Weltanschauung, daß eine einfache Rückkehr aus dieser Irrationalität eines Geistes, der sich selbst nicht mehr kennen WILL, mir kaum noch möglich erscheint. Ich fürchte, es hat ein Zyklus angefangen, wie seinerzeit im Frühmittelalter, der zur Vollendung mindestens Dutzende Generationen braucht.

Aber ich gebe zu, ich bin ein Schwarzseher und Misanthrop geworden :)

Anonym hat gesagt…

Lieber Tom,

auf Deine Angaben hin habe ich den Artikel aufmerksam gelesen und zwei Stellen gefunden. Einmal geht es um Terroristen, die, was bereits der durch unzählige im Netz vorhandene Fotos dokumentierte Zustand des Ortes nachweist, eine Gefahr für Leib und Leben, sowie die Lebensgrundlagen der Zivilbevölkerung darstellten und durch ihre Ablehnung von Kapitulationsverhandlungen leider gleichbedeutend den Wunsch geäußert hatten auf andere Weise unschädlich gemacht zu werden.

Weiter wird über eine gleichfalls für die Zivilbevölkerung lebensgefährliche Terroristengruppe berichtet, welche den Wunsch auf finale Weise unschädlich gemacht zu werden in der Art ausgedrückt hatte, dass sie aus ihrem Hinterhalt viele Syrische Sicherheitskräfte ermordete.

Dem Bericht zufolge wurde also kaum mehr getan, als den ausdrücklichen Forderungen und Wünschen der Terroristen in vollem Umfang zu entsprechen. Gibt es darüber hinaus von Dir angesprochene Textstellen, die übersehen worden sein könnten?

Mir erscheint bezüglich des Auffindens von Hinweisen auf krankhafte Gemütszustände eine Internetsuche unter dem Begriff "Drohnenmorde" wesentlich mehr Erfolgsaussichten zu besitzen.

Danke

kaumi hat gesagt…

Kriege bestehen zu allererst mal aus einer großen Portion töten, dann töten und zum Schluß noch mal töten.
"Massaker" wiederum ist inzwischen ein geflügeltes Wort geworden, das ja nach Bedarf von jeder Seite vollmundig in Gebrauch genommen wird.
Bewaffnete Auseinandersetzungen werden nun mal mit einem Instrumentarium (vulgo: Waffen)geführt, das das Auslöschen des Lebens des Gegners primär zum Ziel hat.
Wenn wir das als gemeinsamen Standpunkt festlegen könnten, können wir viel von deinen Ansichten streichen und nullen.
Vielleicht könntest du dich, als intelligenter, mitfühlender Mensch, einfach mal in die Situation der Direktbetroffenen versetzen, die morgends betend aus dem Haus gehen, in der Hoffnung, abends wieder gesund zuhause anzukommen, und die dann abends betend die eigenen vier Wände betreten - falls noch vorhanden - in Dankbarkeit es an diesem Abend doch tatsächlich wieder geschafft zu haben.

Ein Chips-konsumierender, politisch interessierter, mitteleuropäischer Blogger oder "Experte" darf vieles von seinem Sofa schreiben oder "meinen", aber ihm steht es niemals zu, den real-existierenden Horror und den daraus resultierenden Reaktionen derer zu bewerten, die in jeder Minute und seit fast zwei Jahren (hier im Falle Syriens) die Hölle auf Erden durchleben.
In Syrien kämpfen Soldaten und Bürger des Landes gegen eine bewaffnete "Opposition", die erstens syrisch in der Minderheit ist und zweitens durch Tausende nichtsyrische Söldner zahlenmäßig aufgepeppelt werden muss, um überhaupt eine numerischer Größe zu erreichen, die Gefechtsrelevant ist. Wenn diese Mischpoke aus Terroristen, Söldnern, islamistischen Analphabeten, Klein- und Kapitalverbrechern, völlig enthemmt und teilweise vollgedröhnt auf das eigene Volk losgelassen wird, wenn also diese Unmenschen schlechtend, entführend, vergewaltigend, verbrennend, mit einem Wort mordend, durch syrische Städte, Dörfer und Ortschaften ziehen, dann gibt es keinerlei Legitimation eines tausende Kilometer weit "operierenden" Moralisten, diesbezüglich Kriegsstandarts oder Wohlfühlgefechte einzufordern.
Ein bekanntes syrisches Sprichwort sagt: " ich und mein Bruder gegen meinen Cousin, und ich mit meinem Cousin gegen den Fremden" - das syrische Volk besteht gerade aus mir, meinem Bruder und meinem Cousin...

TomGard hat gesagt…

Nur für die Mitleser zitiere ich noch mal, welches Thema, das ich am 13.2. 9:35 aufmachte, von Kaumi und anon UMGANGEN wird:

"Kommandeure, apxwn, die ihre Leute nicht vor Bluträuschen schützen, gehören degradiert und, falls man ihnen zugestehen will, dem Streß erlegen zu sein, und nicht zu pathologischen Killern mutiert, in eine verständnisvolle Schulung gesteckt."

Darauf apxwn (auch schon ein Mißverständnis, aber kein grobes)
"Ich glaube wirklich nicht, dass dass wir in der Position sind, den Syrern jetzt solche Vorhaltungen zu machen."

Tom, das Mißverständnis aufklären wollend:

"Sicher sind Du und ich nicht in der Position, aber findest Du nicht, daß schon ein wenig gewonnen wäre, wenn Du diesen Dialog sinngemäß in Dein Vorwort aufnähmest?"

Die Antwort habt jetzt ihr gegeben.
Nein, es wäre nix zählbares gewonnen.

Anonym hat gesagt…

@Tom (Du hast ja explizit die Mitleser angesprochen)

1. Deine Absichten scheinen rechtschaffend zu sein
2. Warum führst Du immer Protokoll? Deine Arbeit wurde schon mehrfach positiv erwähnt!
3. Ich habe hin und wieder Schwierigkeiten Dich zuverstehen :)

Franz

TomGard hat gesagt…

Ein paar Fakten.
Am 5.2., nahezu vier Wochen, nachdem die "Rebellen" die Einnahme des Flughafens Taftananz gemeldet haben, was das Militär wiederholt abstritt, hat der Verteidigungsminister die Niederlage eingeräumt, verzichtete jedoch nicht darauf, sie in einen "strategischen Rückzug" umzudeuten. Damit sind seinerzeitige Berichte beglaubigt, die von vielen Opfern, Notevakuierung der Offiziere sowie panischer Flucht der Ränge berichteten, teilweise zu Fuß, die niedergemacht wurden.
Militärisch bedeutsam ist der Vorgang, weil er davon zeugt, daß die Luftwaffe in direkter Umgebung Aleppos, auf halber Strecke nach Idleb, nicht von der Infanterie geschützt wurde oder werden konnte.
Wegen der mehrfachen Regierungsmeldungen danach, die von Bombardierungen sprachen, sind auch die Berichte und Videos bedingt glaubhaft, die davon sprechen, daß nicht nur die Basis, sondern auch der Ort mehr oder weniger dem Erdboden gleich gemacht wurde, angeblich sollen mindestens hundert Zivilisten aus der Luft geschlachtet worden sein.
Dafür spricht auch ein Bericht von Roy Gutman für McClatchy, die als recht zuverlässig gilt, so lange es nicht um Israel geht. Demnach ist in Azaz - das ist die Grenzstadt gegenüber von Kilis - der Marktplatz nebst angrenzenden Häuserzeilen mittels zwölf Sprengbomben und mindestens zwei Raketen in Trümmer gelegt worden, 60 Einwohner starben, 100 wurden verletzt gemeldet. Parallel dazu bombardierte die syrische Luftwaffe auch zwei Flüchtlingscamps auf der syrischen Seite.

Dienstag soll die "Al Jarrah" - Basis überrannt worden sein, die Regierung streitet das ab. Ich krieg nicht sicher 'raus, wo die liegen soll, aber ich nehme stark an, es handelt sich um den Flugplatz südlich von Al Thawrah, der Kleinstadt westlich des Tabqa - Dammes. Al Manar meldet ohne Bezug zu "Al Jarrah", und auch ohne Bezug zum Damm, "zusätzliche Truppen" seien zur "Rückeroberung" von "Tabaka" (Tabaka i.O. unterstrichen) entsandt worden. Damit sind auch die Videos von der Besetzung des Dammes beglaubigt und die Abtrennung der Provinz Raqqah, die ich vor Monaten hier in diesem Blog voraus sagte, ist damit praktisch vollendet, auch wenn vielleicht gelegentlich ein Transport oder Konvoi von Süden her über die Provinz Deis Ezzor nach Osten durchkommen mag.

Raqqah, Hasaka und die Nordostprovinzen sind von der syrischen Regierung aufgegeben worden

Denn bei alledem ist zu bedenken, daß die Armee auch nach Verlusten von sage 50.000 - oder wären es auch mit Desertionen 80.000 - noch intakt genug sein dürfte, um den überall aus der Luft zu beunruhigenden gegnerischen STREITKRÄFTEN - so muß man die Angreifer an den genannten strategischen Orten aufgrund ihres bewiesenen Organisationsgrades nennen - solche Erfolge zu wehren.
Offenbar will sie nicht, zumindest nicht die Infanterie.

Damit können wir weiter konstatieren, daß die erstgenannten Nachrichten aus Idleb und Azaz darauf hindeuten, daß die Armee, oder zumindest die Luftwaffe, auch diese Provinzen aufgegeben hat, und dort zumindest zum Teil eine "Strategie" der verbrannten Erde verfolgt.

All dies steht im vollen Gegensatz zu Meldungen aus der Region Damaskus und Homs bis etwa Ar Rastan. Nach wie vor ist die Armee allerdings nicht imstande (oder willens?) Ar Rastan zu nehmen, und übrigens auch nicht die strategisch Ort Al Zabadani an der libanesischen Grenze. Dennoch sprechen alle Quellen übereinstimmend von der Konsolidierung der Regierungskräfte in diesen Bezirken und im Raum Tartus - Latakia scheint die Lage nach wie vor stabil zu sein.

Fortsetzung

Mad madurskli hat gesagt…

Mal davon ab von der Tatsache dass die Moral bei zunehmender Länge eines Krieges zerfällt, hab ich mir gerade das Interview von Todenhöfer mit Assad, vom 08.07.2012 angehört:
http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=_NhufBms4j4
und man muss im Rückblick eingestehen das sich alle Aussagen Assads eher bestätigt haben!
Dennoch sind die Tage erheblich unverständliche Geschehnisse zu verzeichnen!
Das Meiste wird von den Medienhuren nur am Rande verzeichnet und man ist sich nicht mal über Örtlichkeit und Namen einig.
Laut Karte liegen aber die Geschehnisse im Siedlungsgebiet der Kurden: http://www.welt-sichten.org/sites/default/files/styles/i-19/public/f/c/bilder/syrien-kurden_ws11-2012_glo-4462_kopie.jpg
Da wären die Einnahme vom Staudamm des Assadstausees,die Einnahme einer "military airbase of the Syrian Air Force" im Norden von Aleppo, es gibt aber nur deren 4 östlich von Allepo. Wovon keine so heisst wie angegeben:(Al-Jarra-Airbase,Al-Nairab, etc.
Überfall auf Hasakah und Besetzung/Einkesselung der Oelfelder um Deir ez Zor.
Ausgehend von der türkischen Grenze, durch Kurdengebiet, entlang des Euphrat.
Wochen zuvor tauchten 3 Panzer in Ra`al`Ayn auf.
Alles ist von den Schlächtern auf YT gut Dokumentiert und urs1798 sammelt in grosser Menge.
Nur...ru.de und irib spiegeln das nicht!
Für mich ist das alles sehr verwirrend!




TomGard hat gesagt…

Im obigen Zusammenhang ist auf einen eklatanten Bruch in Assads Rede vom 6.1. zurück zu kommen. Leute wie Kaumi, Antraxxa et al würden wohl auflachen, wenn Mouaz al Khatib von der syrischen Armee und den Milizen forderte, die Waffen bei der Opposition abzugeben, dann könne und werde man "reden". Das forderte aber umgekehrt Assad, bzw. ging er noch einen Schritt darüber hinaus, indem er VERSPRACH, ALLE Terroristen würden bis auf den letzten Mann NIEDERGEMACHT. Und erst in FOLGE des "politischen Prozesses", der nach der Ermordung aller beginnen solle, die nicht bereit sind, sich zu ergeben, solle und werde über "Amnestie" geredet.

Das geht natürlich nicht an, und wenn man unterstellt, daß Assad tatsächlich nicht vor hat, weitere sage 5 Mio Syrier um die Ecke zu bringen (um die Zahl niedrig zu halten), dann zeigt die Rede des Präsidenten, daß er buchstäblich in zwei Teile zerlegt ist, einen, der weiterhin den Kräften der Restauration in seiner Person die Standarte ihrer Einigkeit zur Verfügung stellt, und einen anderen Teil seiner Repräsentationspflicht, der diesen Kräften frontal entgegen steht.

Deshalb ist es kaum ein Zufall, daß sich ausgerechnet gestern Makdissi von unbekanntem Ort meldete, und ein zweideutiges Communiqué veröffentlichte, in dem nur eines eindeutig ist: Es bezeugt die Existenz zweier unversöhnlicher Fraktionen am syrischen Hofe.

Und weiter darf man dann auch die freundliche Demarche des russischen Außenministers in diesen Zusammenhang stellen, seinen syrischen Amtskollegen vor den Augen der Welt nötigen zu wollen, in Moskau mit Mouaz al Khatib zu reden.

Kommen wir jetzt auf die undeutliche Kontur der Stabskarte vom ersten Posting zurück, dann deutet sich eine Lage an, in der die Verteidiger Syriens den gesamten Raum Damaskus, die Stadt Homs und den Bezirk bis etwa zur geographischen Breite Al Rastan nebst den daran hängenden Küstenabschnitt Tartous hält, im Stadtgebiet Aleppo eine Art Regierungsenklave entsteht, Latakia deshalb zu einem Blinddarm wird, abgeschnitten von seiner Lebenslinie durch die nördliche Orontesebene und den Bezirk Idleb. Von Homs abgesehen hielte die syrische Armee dann nur noch die Teile des Territoriums, die außerhalb des geopolitischen Gezerres um künftige Rohstoffversorgungslinien liegen, hielte aber das "Faustpfand" Aleppo als Verhandlungsmasse.

Mad madurskli hat gesagt…

Ich habe eben an dir vorbeigeschrieben, komma aber auf das selbe Ergebniss:
http://www.my-metropolis.eu/

Tabqa Airport / Airbase

Taqba Airport is partly a military airbase of the Syrian Air Force. According to Scramble.nl, the base houses one fighter squadron.

http://wikimapia.org/#lat=35.7563894&lon=38.5857231&z=17&l=0&m=b&tag=32

Das Gebiet ist riesig, rundum zahlreiche Befestigungen und wäre daher mit leichtigkeit zu verteidigen gewesen.
Die Situation lässt nur einen Schluss zu, aufgegeben aus Strategischen Gründen, da zu nah an der türkischen Grenze. Ähnlich wie die Helibase.

TomGard hat gesagt…

Ich korrigiere.
Auf Wikimapia (sollte ich nicht weiter verschmähen) ist an der N4 etwa 60 Meilen östlich Aleppo, 3 km hinter dem Abzweig nach Manbij, ein einpistiges Flugfeld zu sehen, das "Jirah-Base" genannt wird. Auch auf Google Satellit ist das (unbeschriftet) zu sehen. Übrigens haben sich bei Google die meisten Beschriftungen aus den Regionen östlich Aleppo iwie "dünne" gemacht ...
Das ist also wohl gemeint.
Macht die Sache nicht besser, denn damit ist erst recht klar, daß die Tabqa - Base mindestens abgeschnitten ist, falls nicht auch schon genommen oder aufgegeben.

kaumi hat gesagt…

Tom, so langsam komme ich dir auf die Schliche :-)

Im Grunde operierst du aus einer russophoben und assadophoben Position heraus, gepaart mit einer (gespielten?) antizionistischen Haltung. Ist keine einfache Position, sie erklärt aber deine wilden emotionalen Ritte durch die "Causa-Syrien".

Moskau "nötigt" niemanden "vor den Augen der welt" sich dort einzufinden. Es ist, überblickt man die letzten 23 Monate, die einzig logische Konsequenz. Russland trat, noch viel aktiver und öffentlicher als China oder die anderen Mitglieder der BRICS-Staaten, von anfang an als "Schutzmacht" der syrischen Bevölkerung hinsichtlich der Vermeidung einer militärischen Intervention auf. Russland hat bereits vor 22 Monaten zum Dialog aufgerufen - gegen die Widerstände aller westlicher Staaten. Da ist eine EINLADUNG später zu eben diesem Dialog in Moskau konsequent und , wie gesagt, absolut nachvollziehbar. Ich denke, nach Doha wären syrische Regierungsmitglieder dann doch nicht gereist. DAS wäre Nötigung gewesen!

Des Weiteren erkennt man nun deine offene Kritik an Assad. Dass ein Präsident eines souveränen Staates Bedingungen für einen Dialog stellt, juckt mich nicht, zumal er sicherlich in der Wahl dieser Punkte absolut recht hat. Und dass er versprochen hat, alle Mitglieder der Al Nusra-Front (und nicht, wie du schreibst, seiner "Bevölkerung") nach dem letzten Massaker zu verfolgen und zu vernichten, ist sein gutes Recht als Hüter seines Landes und m.E. liegt er damit im Willensstrom der Mehrheit seiner Landsleute, mich eingeschlosse

Anonym hat gesagt…

In diesem Zusammenhang vielleicht auch intressant:

Bürgerkrieg in Syrien destabilisiert den Kaukasus
Von Clara Weiss
15. Februar 2013

Der Bürgerkrieg in Syrien destabilisiert zunehmend den Kaukasus. Tschetschenische Islamisten, die gegen den Kreml kämpfen, unterstützen die syrische islamistische Opposition, und Russland fürchtet, dass ein islamistisches Regime in Damaskus das gesamte Kräfteverhältnis in der Region verändern wird. Gleichzeitig drohen ethnische Konflikte von Syrien auch auf die südlichen und nördlichen Gebiete des Kaukasus überzugreifen.

http://www.wsws.org/de/articles/2013/feb2013/kauk-f15.shtml

Keine Ahnung was da dran ist.

Franz

Mad madurskli hat gesagt…

Es ist im Grunde egal und ja so noch Schlimmer. Anhand der Videos liesse sich der Flughafen gut identifizieren über die Position des markanten Merkmals: des doppelten "Aircraft Shelters".
Wichtig scheint mir jedoch eine These zu entwickeln über den realen Hintergrund um die zahlreichen Siege/Niederlagen in ein Bild zu bringen das nicht morgen wieder geändert werden muss.

Aus meiner Sicht zeichnet sich ab das:
1.Syrien die Kontrolle über die türkische Grenze, auf der ganzen Länge verloren hat und von dort andauernd Kräfte und Material einsickert.
2.Scheint sich die Armee mit ihren Hauptkräften in ein Kernland um Damaskus/Homs zurück zuziehen, welches man vermutlich auch unter sehr kritischen Bedingungen für verteigbar hält.
3.Dieses Kernland zu verteidigen entscheidet über Bestehen/Untergang Syriens. Ist aber sicher einfacher wie in einem riesigen Gebiet an jedem neuen Brennpunkt präsent zu sein.
4.Daraus resultiert: Der Norden Syriens wird weitgehend sich selbst überlassen und nur noch mit den Mitteln, die die Verteidigung des Kernlands entbehren können unterstützt.
5. Dem entsprechend halte ich es für logisch, das seit längerem kriegstechnisch relevantes Material aus dem Norden abgezogen und ins Kernland verlagert wurde. Also das Militärbasen, nur noch notverteidigt, schnell überrannt werden können.
Die Areale sind gross, rundum zahlreiche Befestigungen und wären daher mit entsprechender Mannstärke und Ausrüstung(+Luftunterstützung)mit Leichtigkeit zu verteidigen gewesen,auch über Monate!

TomGard hat gesagt…

Hallo Kaumi,
Du kommst allenfalls Dir selbst ein wenig auf die "Schliche". Ich rede gegen alle Anbetung weltlicher Macht, die es gibt, seit und so lange Gesellschaften auf Sklaverei beruhen, beginnend mit der Sklaverei der Frauen.

Jeder Hans, Franz, Else wird mir "Phobien" gegen Mächte attestieren, an die er/sie ihren Geist via irgend einem berechnenden, (quasi-) religiösen oder rassistisch-elitären geistigem Pfad verkauft / abgegeben hat.

Zur Sache hast Du eine Lüge und eine Fiktion beigetragen.

Die Lüge: Assad hat in seiner Rede nicht nur die Al Nusra - Front zur physischen Vernichtung ausgeschrieben, sondern, wie ich a.a.o. schrieb, alle, die nicht bereit sind, sich zu entwaffnen.
Das ist, will ich jetzt noch hinzufügen, besonders fatal, wenn gleichzeitig alle möglichen Leute gegen die Angreifer bewaffnet werden, die wenig unter Kontrolle zu halten sind. Und es ist eine Vernichtungsdrohung an dasjenige genuin syrische Millieu, auf das sich die verdeckte Intervention von allem Anfang an hat stützen können, z.B. das der Muslimbruderschaft und weiterer, beträchtlicher Teile lokaler sunnitischer Geistlichkeit außerhalb der Metropolen bzw. in deren Vorstädten. Damit fing die Geschichte schließlich an - z.B. in Daraa.

Die Fiktion: Assad als "Hüter seines Landes". Gegen die stand meine Rede von der Spaltung des Mannes. Er ist an erster Stelle - ironischerweise durch die Angreifer erzwungen - Hüter der brachialen ständischen Repression der Armee und Sicherheitsdienste. Die "Chance" des Krieges (und jede politische Herrschaft ist genötigt, einen ihr aufgezwungenen Konflikt als "Chance" zu behandeln) bestand darin, diesen Apparat zu entmachten und abzuwerfen, zumal dieser Apparat einen Teil seiner Macht an die Intervention abgab: Genau diejenigen Elemente, die im zivilrechtlichen Sinne kriminell waren bzw. die politische Ökonomie und die Logistik der Kriminalität deckten (Schmuggel aller Art, Drogenhandel, Geldwäsche und Kapitalflucht), die zu einem beträchtlichen Teil für die Einfuhr von Waffen und Terroristen genutzt wurde.

Indem Moskau nun Mouaz al Khatib aufbaut, der nicht einmal "Obamas" Mann, sondern die Option Killarys, Hollandes und Camerons ist und sich unverdrossen daran macht, eine "Exilregierung" nach dem Muster des libyschen LNC aufzustellen, traf man dort eine Entscheidung gegen die Londoner Gespräche syrischer Regierungsvertreter mit Gegnern der Interventionspolitik, über die gestern berichtet wurde, und damit gegen alle Verhandlungsinitiativen aus dem syrischen Regierungslager. Vermutlich zählte auch Haitham Manaa zu den Teilnehmern der Londoner Gespräche. Das ist eine Wende zugunsten der Intervention, die nicht mehr verborgen wird.

Diese Wende ist in der Tat "logisch", insofern - wie Susan Rice kürzlich enthüllte - der Zufluß an Waffen und zunehmend ausgebildeten Leuten mit qatarischer Finanzierung aber unter Beifall, Deckung und aktiver Hilfestellung dissidenter Figuren in den amerikanischen Diensten und des NATO-Personals nicht zu stoppen ist. Leute wie Fred Hof, McCain, Feltman quatschen nicht nur, das sind Akteure, gestützt auf Mossad und IAF, aber auch auf Leute wie Brennan, der gleichsam die Nachfolge Clintons antrat, Leute, die Obama nicht entmachten kann, so lange er sich nicht entscheidet, 9 / 11 offen zu legen.
Das ist ein weiterer Teil des Hintergrundes, in den ich ein paar Lichtstrahlen zu werfen versuche. Und vor dem wäre es logisch, wenn Assad und seine "echten" Getreuen, Leute, die gern in Deinem Sinne die "Hüter des Landes" wären, wenn sie denn könnten, sich zur Teilung des Landes entschlossen hätten unter auch regionaler Trennung der zwei Fraktionen in der Armee.

Unter dieser Voraussetzung wäre es ein listiger Schachzug, Mouaz al Khatib in die Rolle eines imperialen Gouverneurs des künftigen "türkischen" Nordsyriens zu zerren. Er würde rasch merken (oder vielleicht auch nicht mehr merken), was ihn diese Rolle kostete.

kaumi hat gesagt…

Tom, was soll ich denn da drauf noch antworten?
Du verlierst dich im Universum der Mutmaßungen, des persönlichen Angriffs und der Arroganz.

Was sagst du denn zu deinen moralischen Kudenkämpfern, wenn ich dir sage, dass einige Brigaden (Barazani-Fraktion), unter Leitung des türkischen Militärgeheimdienstes und unter Zusammenarbeit mit der Al Nusrafront (!!) für ein Massaker an über 100 Ingenieuren und technischem Hilfspersonal, ca. 45 Km südlich von Al Hassaka, verantwortlich zu sein scheinen. Dieses passierte, meinen Informanten folgend, als besagte Schlächter (wer Zivilisten und unbewaffnete Staatsdiener umbringt ist kein Kämpfer mehr) die dort befindliche staatliche Erdölraffenerie angriffen.

Zudem scheinen sich die Kurden endgültig in zwei Lager geteilt zu haben. Auch hier scheint allem Anschein nach ein Bruderkampf zu toben - jenseits aller Moral. Willkommen in der Wirklichkeit!

TomGard hat gesagt…

Kaumi, Du folgst, wie ich weiter oben abstrakt schilderte, nur noch Deinen Feindbildern und kannst nicht mal mehr lesen. Von "moralischen" Kurdenkämpfern hab ich nichts gesagt, und rede hier ganz generell unentwegt gegen moralische Urteile an, ganz besonders die Deinen. Von der Spaltung der Kurden und den Versuchen verschiedener ausländischer Parteien, sie in die YPG's hinein zu tragen, berichtete ich hier und auf meinem Blog schon seit einem halben Jahr, letzte Woche unter dem hier voran gegangenen Eintrag.
Abteilungen der Yekiti - Jugendgruppen (nur z.B.), die iwie zwischen den Lagern schwanken und wechseln, haben schon seit Monaten mit FSA-Brigaden und in einigen Fällen mit islamistischen Gruppen gemeinsame Sache gemacht, gerade in Hasaka und mehrfach in Efrin. Die PYD hat ihnen gegenüber eine Strategie zwischen Kampf, Beschwichtigung, Agitation und Burgfriedensschlüssen gefahren - man muß halt im Einzelfall nach örtlichen Gegebenheiten zwecks Schadensminimierung entscheiden, und auch die jeweiligen Herkünfte und damit einhergehende Loyalitäten spielen eine Rolle; das Geflecht entzieht sich jedem Außenstehenden. Eben 'drum war ich über die Luftangriffe in As Safir so sauer.

Badx Madurskli hat gesagt…

Wer meine Hinweise verpasst hat:
Doku; Syrien: Die Syrien-Falle - Deutschland und der Krieg gegen Assad ARD 2013
http://www.youtube.com/watch?v=zkqqcufoAEg

TomGard hat gesagt…

OT: Mali

Geht man nach diesem Artikel:
http://de.rian.ru/opinion/20130214/265522795.html

verdichtet sich der Eindruck, daß die russische Führung sich mit den Franzosen verbündet hat, die Ecowas - Staaten gegen den Zugriff des Africom abzudecken - auf Kosten eines Genozids an den Touareg.

Der einfachste Weg, das Lügengewebe zu entlarven, zumindest seine elementare Basis, ist eine Lektüre der Berichte von Caritas, Ärzte ohne Grenzen, Unicef, Ocha über die Zuspitzung der Ernährungslage, Wasserversorgung, aber auch den Abbau medizinischer Versorgung, Beschulung, Ausbildung und die fortschreitende Landnahme im Azawad.

TomGard hat gesagt…

Zum Streitpunkt mit Kaumi oben, inwieweit Assads Mobilmachungserklärung vom 6.1. einem politischen Prozess entgegen steht oder nicht.
Im "Fahrplan" zur "Krisenlösung" der syr. Regierung, am 13.2. auf Englisch veröffentlicht:

http://www.sana-syria.com/eng/377/2013/02/13/467076.htm

ist kein den "Versöhnungsprozess" begleitendes bzw. ihn untermauerndes Schieds- und Schlichtungsverfahren in den ersten zwei Stufen vorgesehen. Das Justizministerium soll die alleinige Hoheit über alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit Strafverfolgung, Strafrahmen, Aburteilung und Strafexekutive behalten.
Erst in der dritten Phase, die bei sofortiger Implementierung nicht früher als im August, evtl. erst Anfang kommenden Jahres beginnen könnte, ist eine Amnestie unter Schirmherrschaft einer "Versöhnungskommission" vorgesehen.

Kaumi könnte jetzt mit dem Stichwort "Verhandlungsmasse" kommen, aber das wäre Quatsch. Wenn ein Ombudsverfahren kein Teil des Verhandlungsangebotes ist, kann eine Opposition, deren Leute in großer Zahl an unbekannten Orten in Folterhaft stecken, es nicht ernst nehmen.

Und um weiterem Gerede über "Phobien", "Agenden", "Moralismus", "Humanismus" etx zuvor zu kommen:

Die syrische Bevölkerung und ihre Regierung zahlen jetzt den Preis für die überwiegend völkisch - religiös gedeckte bzw. befürwortete brutalstmögliche Verfolgung der Kommunisten. Ihre Eliminierung aus dem sozialen Gefüge über zwei Generationen ist imho der maßgebliche Grund für die Schwächen, an denen die ausländische Intervention ansetzen konnte, und die Wehrlosigkeit gegen die Vielzahl alter und bloß verdeckter, sowie neu entstandener sozialer Brüche und Kampflinien.

kaumi hat gesagt…

Tom,

es ist sehr wohl ein "Versöhnungsprozess" in der Rede Assads beinhaltet gewesen. Als "dritten Punkt", wie du selbst feststelltest.
Nach der kompletten Niederschlagung der bewaffneten Verschwörung und die Entwaffnung der dialogbereiten syrischen "Rebellen" sowie der Vernichtung der 77-Jungfrauen-suchenden Jihaddisten kann subtil ein Dialog begonnen werden. Vorher nicht. Das ist die einzige realistische Vorgehensweise.

Was die explizite erfolgte "Verfolgung der Kommunisten" hier jetzt für eine Rolle spielen soll, bleibt für mich schleierhaft.
Grundsätzlich wurde in Syrien alles "verfolgt", was nicht mit den Vorgaben der Baath-Partei zu vereinbaren war.
Dafür gewährleistete das System uneingeschränkte individuelle Freiheit in Wirtschafts- und Religionsdingen.
Das war für lange Dekaden ein sehr akzeptaler Kompromiss, berücksichtigt man das enorm komplizierte Umfeld dieses Landes. Wie man sieht, tut sich das "Volk" sehr schwer damit, sich mit seinen Befreiern anzufreunden. Der Syrer weiß schon, was er bisher gehabt hat. Selbstredend unterlag und unterliegt dieses System mannigfaltigen Reformzwängen. Die aber, und so sieht es im Moment aus, möchte das "Volk" gern selbst in die Hand nehmen. Nicht mehr, aber auch nicht viel weniger!

Eso-Policier hat gesagt…

Israel muss sich letztlich auf die Grenzen von 1960 zurückziehen. Aber auch der Islamismus erlebt einen Niedergang. Z. B. ist die Geburtenrate im Iran in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Zudem müssen das Judentum, das Christentum und der Islam reformiert werden. Es gibt keinen absolut allmächtigen Gott. Sondern in der Natur gibt es unendlich viele Dinge, die dem Menschen ewig verborgen sind.
Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

Anonym hat gesagt…

Kaumi. Ich muss feststellen, dass du eine gesunde und realistische Betrachtungsweise von uns Syrern hast.
Liegt vielleicht daran, dass du selbst einer bist..
Ich verfolge seit längerem einige Blogs und dieser hier gefällt mir insbesondere. Apxwn macht gute Berichte in denen er die osreurpäische Seite deultlich beleuchtet und die Kommentare dazu sind ebenfalls sehr interessant.
Bitte weiter so.
Und an Tomgard sei gesagt: ich denke du denkst zum teil viel zu komliziert und um mehrere Ecken. Es gibt schon genug Konspiration in dieser Welt. Man muss sie nicht noch komlizierter machen. Sehr oft sind die naheliegenden Sachen die richtigen.

MfG Raed

Jörg hat gesagt…

Da dieser blog aus russischer Sicht berichtet, hier - auch wenn es nicht mit "Syrien" zu tun hat - eine interessante Analyse des US-U -Verhältnisses von Bhadrakumar:
"THE BEARS LEFT A CALLING CARD AT GUAM" - http://blogs.rediff.com/mkbhadrakumar/2013/02/17/the-bears-left-a-calling-card-at-guam/

… maschinenübersetzt: http://translate.google.com/translate?hl=de&ie=UTF8&prev=_t&sl=en&tl=de&u=http://blogs.rediff.com/mkbhadrakumar/2013/02/17/the-bears-left-a-calling-card-at-guam

(in der Maschinenübersetzung ist "left" natürlich als "hinterließen" - und nicht "links" zu übersetzen)

apxwn hat gesagt…

Da wärst Du aber nicht der erste solche "Reformer". Dein "es gibt keinen..." liest sich auch nicht nach "Reform", sondern nach dem Bestreben, etwas zu negieren und abzuschaffen.

apxwn hat gesagt…

Ja, interessanter Fall. Und Kerry konnte Lawrow telefonisch nicht erreichen. Mehr dazu in der nächsten Folge der "Wochenschau"; kommt hoffentlich Dienstag.

Jörg hat gesagt…

Gehört auch eher zum Thema Rußland als zum Thema Syrien - aber trotzdem interessant: Aus türkischer Sicht: http://dtj-online.de/news/detail/1721/ethik_im_kaukasus.html.
Putin war ja jetzt auch - während des türkischen Angriffskrieges auf Syrien! - in der Türkei.

Anonym hat gesagt…

Möchte mich anschliessen! Dieser Blog + Comments erscheinen mir sehr informativ, sachlich und sympathisch, meist emotionsfrei.
Franz

Anonym hat gesagt…

Es müssten 3 Folgen erscheinen :)

Franz@Entzug

apxwn hat gesagt…

In der vergangenen Woche kam keine Folge, weil der Redakteur - wie er freimütig zugab - einen barbarischen Kater hatte. Ich spreche die aktuelle aber nachher ein, mal sehen, wie schnell die sibirischen Techniker das kompilieren.

Anonym hat gesagt…

Sorry@offtopic

Der Blog sarsura-syrien.com ist seit heute nicht mehr erreichbar und verweist auf pctreiber.net.

Weiß Jemand Genaueres?

Danke Franz

Mad madurskli hat gesagt…

Vieleicht weiss Kaumi genaues.
Christopher Lauth hat seinen letzten Beitrag am 16. Januar 2013 geschrieben und er wurde sehr negativ aufgenommen, wie schon ein paar zuvor.
Durch die Schreibpause sind die Kommentare auf über 300 angeschwollen.
Er hat nie dazu Stellung genommen.
Schade der Blog hat schon zum Libyenkrieg informiert und ich bedaure sein Verschwinden, nicht zuletzt wegen den Kommentaren.
Vieleicht hatte Christopher Lauth die Nase einfach voll.


Nichtglauber hat gesagt…

So ist es.
Gerade dieser Blog mit seiner Vorgeschichte (Fahndungsliste und Mordaufruf an Betreiber seitens der in Deutschland "tätigen" syrischen "Demokrat-Rebellen") führt dann bei solchen Interruptions zu besonderer Sensibilität, zumal einige syrische Kommentatoren mittels Freunde und Verwandten vor Ort aus dem Nähkästchen plaudern.
Ich hoffe, es ist nur ein harmloser Fehler, der bald beseitigt ist.

Anonym hat gesagt…

Gerade wegen der Kommentatoren - ich glaube 3 Syrer waren onBoard... Wäre wirklich sehr schade und schreit nach Ersatz!

Franz

PS @apxwn
Ich dachte die Kommentare werden nicht mehr moderiert?!

kaumi hat gesagt…

@Mad madurskli & Franz

ich habe auch bereits registriert, dass Sarsura offline ist.
Ob es mit Hr.Lauth und der relativ harmlosen Kritik (m.E.) zusammenhängt, kann ich nicht sagen. Aber in diesem Blog haben mehrere Betreiber ihre Texte verfasst oder durch Kommentare ergänzt (chl, souri, sarsura u.a.), nicht nur Chr. Lauth.
Sollte der Blog geschlossen werden, wäre es äusserst schade, da selbst ich als Syrer von manchen Insider-Informationen der anderen (z.B. Enis, Melone, CM oder Palmyra) profetieren konnte und so regelmäßig ein ordentlicher Input an innersyrischen/türkischen Informationen vorhanden war.
Erinnert man sich an die "Blacklist"-Aktion vor mehreren Monaten, als die Betrieber, die sich, öffentlich bekannt, zu der Zeit zwecks Recherche in Syrien befunden haben, mit dem Tode bedroht wurden und danach für etliche Wochen ihren Blog runterfuhren, hofft man, dass nicht wieder ähnliches passiert ist.

Anonym hat gesagt…

Antwort auf meine Mail an pctreiber.net

Soviel Messages auf einmal in einer Mail, was soll ich davon halten... und am Ende Kopp = Kopp Verlag?

LG Franz

Sehr geehrte/r Herr/Frau XXX,
Leider musste der Blog entfernt werden. Ich verstehe die Irritationen und dass man den Blog gerne besuchte und vor allem in letzter Zeit die Kommentare der fleißigen Besucher gerne gelesen hat und evtl auch aktiv beteiligt gewesen ist. Es tut mir durchaus leid, aber den Blog wird es in dieser Form nicht mehr geben. Evtl wird der/die Betreiber/in einen anderen Blog ins Leben rufen und sollte ich dies mitbekommen, dann werde ich die bekannte domain dorthin umleiten. Doch dahingehend weiß ich nicht viel. Der Blog wurde aus persönlichen Gründen entfernt. Dieses Mal gab es keine Morddrohungen der Unterstützer des Terrors gegen Syrien. Ich wünsche ihnen einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

C. Kopp

Anonym hat gesagt…

Lg Franz

Hi,

Die info kann so weitergegeben werden.. Danke! Lach Nein.. Nur gleicher Name. Habe mit diesem Verlag nichts zu tun. :-)

Danke für das Weitergeben der Info. Es ist durchaus schade um die Seite.. Aber vielleicht gibt es demnächst eine andere und die Daten (Kommentare / Artikel) sind als Backup noch da. Es liegt nur nicht in meiner macht ob es eine neue Seite geben wird oder nicht. Ich habe damit nichts mehr zu tun..

Schönen Nachmittag!

Liebe Grüße,

apxwn hat gesagt…

Werden sie fast nicht. Nach Zufallsprinzip und bezüglich "alter" Beiträge werden sie aber wohl noch.

sirola hat gesagt…

Ein bisschen überraschend auch für mich!
habe immer unter meinem Namen: "Silvio Fienarola" gepostet.

@Enis @kaumi @gilgames @melone @Franz @palmyra und alle Anderen:

Schade für die teils wirklich guten Beiträge eurerseits, die nun eventuell verloren sind.
Und an die Adresse der ehemaligen Betreiber von sarsura-syrien: ich muss mich schon wundern! - Kein Anstand oder Ehre.

Es wäre zumindest Angebracht, dass Ihr die Files weiter zu Verfügung stellt, ich werde diesbezüglich noch schriftlich Kontakt mit Ihnen aufnehmen, Adressen sind mir bekannt.

So wie dieser Blog seine Berechtigung hat(apxwn.blogspot), war auch sarsura-syrien, für Etliche, eine wichtige Informations- und Kommunikationsplattform.

Ich habe deshalb http://sarsura-syrien.blogspot.de/ neu reserviert.
Der Blog kann auch mit TLD: .ch .com aufgerufen werden.

Zusätzlich habe ich folgende Blog's reserviert:
sarsura-syrien-hilfe.blogspot / sowie: -news -org

Muss noch alles richtig einrichten, und jedem von Euch, sofern gewünscht, die Administrationsrechte freischalten.
Somit würde jeder von Euch kürzere oder längere Artikel verfassen,
und die anderen würden jeweils dazu kommentieren.
Jeder Artikel mit den entsprechenden Tags versehen, lässt sich das dann der Blogg nach verschiedensten Themen sortieren.

Ausserdem habe ich ja auch versprochen mir ein paar Gedanken zum Thema Hilfe für Syrien zu machen.
Ich habe die wichtigsten Argumente dazu noch aus Euren Posts kopiert und muss dass noch abstimmen und in ne Matrix bringen.

Ein Layout für eine Webseite zu "Hilfe für Syrien" habe ich bereits erstellt.
Es sind im Augenblick nur Fülltexte aber in etwa so könnte die Seite aussehen.

Demoseite hier zum anschauen: http://ch123.ch/sarsura_syrien_hilfe.htm

Eine URL dafür habe ich auch schon Reserviert:
(sarsura-syrien-hilfe.de) noch nicht freigeschaltet!

Wenn dann alles richtig läuft, würde ich das alles gerne auf einen zu gründenden Verein überschreiben.

Liebe Grüsse:
Silvio Fienarola

+41(0)76 748 14 60

kaumi hat gesagt…

Silvio,
vielen herzlichen Dank für deinen Einsatz.
Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn die nun mehr langjährige Community beisammen gehalten werden könnte. Es waren doch exzellente genuine Informanten dabei, die einem durchaus ans Herz gewachsen sind. Es sollte die Möglichkeit geschaffen werden sie alle wieder unter "ein Dach" zu bekommen. Ich jedenfalls bin an einer Freischaltung meiner Person unter sarsura-syrien.blogspot höchst interessiert.

LG, kaumi

sirola hat gesagt…

Hallo kaumi,
ja, dass wäre sehr wünschenswert!
Könntest Du mir vielleicht eine SMS mit Deiner Mailadresse auf mein Handy: +41(0)76 748 14 60 zusenden, damit ich mit Dir persönlich Kontakt aufnehmen kann?

Brauche für den Start Deine Hilfe, damit sich nicht irgend ein Wolf im Schafspelz, mit gekapertem Nickname, einschleicht. ;-)

LG: Silvio Fienarola

Anonym hat gesagt…

Vielleicht weiß jemand die IP-Adresse von sarsura-syrien (in Zahlen, aber nicht die von PCetc) , und vielleicht kommt man darüber am PC-Verkäufer vorbei? Ich gehe davon aus, dass sarsura-syrien vom "Feind" außer Gefecht gesetzt wurde. Natürlich gucke ich täglich, ob die Seite wieder läuf, aber... Normal ist das nicht, aber ich weiß auch nicht, was ich dagegen tun kann.
Palmyra

Anonym hat gesagt…

Host Name : sarsura-syrien.com
IP Address : 178.63.0.209
Location : Germany (accuracy)

LG Franz

sirola hat gesagt…

@Palmyra @Franz

Früher war die Webseite unter sarsura-syrien.de aufgeschaltet und das Impressum veröffentlicht:

Impressum / Disclaimer

Domaininhaber
Christian Kopp
Rudliebstr. 47
81925 München
Deutschland

Kontakt Informationen des Domaininhabers
Internetadresse: http//www.pctreiber.net

E-Mailadresse: lazychris79@googlemail.com
Telefon: 089987992

Herausgeberin und verantwortlich für den Inhalt:

Sara Hoffmeier

99880 Waltershausen


Wie Du siehst, war die Firma pctreiber von Herrn Christian Kopp schon dazumal Inhaber der Webseite sarsura-syrien

Das diese Angaben stimmen kannst Du hier überprüfen:

http://web.archive.org/web/20100410230416/http://www.sarsura-syrien.de/impressum-disclaimer

Christian Kopp hat sich ja auch schon auf apxwn.blogspot dazu geäussert, das er nichts mehr mit sarsura-syrien zu tun haben will, und das keine Angriffe oder Dergleichen, zur Einstellung der Webseite geführt hätten.

Ich vermute, dass es zusehends schwieriger wurde, wirklich gut recherchierte und lesenswerte Artikel, (wie zB. hier auf apxwn.blogspot), zu veröffentlichen.

Die nur noch sporadisch erschienen "Leitartikel" habe auch ich nur noch kurz überflogen, denn die eigendlichen Diskusionsthemen wurden in den Kommentaren gesetzt.

LG: Silvio Fienarola

Anonym hat gesagt…

Danke, Silvio. Aber gerade die Kommentare, das Forum fehlen jetzt. Oder gibt es eine Alternative? Versammeln wir uns nun hier?
Palmira

Anonym hat gesagt…

Herr Kopp schrieb mir, dass die Beiträge + Comments als Backup vorhanden sind.

Franz

apxwn hat gesagt…

Falls es Autoren gibt, die hier publizieren möchten, meldet euch einfach.

kaumi hat gesagt…

Lieber Silvio,

sorry für die Verspätung, aber nun melde ich mich mit "offenem Visier" :-))

Danke auch an apxwn, der uns eine Plattform bieten würde. Ich sehe die Schwierigkeit darin, ALLEN Stammkommentatoren davon zu informieren, dass sie sich hier oder da treffen könnten, so z.B. Enis, Melone, Gilgames und all`den Anderen.
Hatte Melone nicht auch einen Blog eröffnet?

Mein Kontakt für Silvio und Interessierte:
elias.ibrahim@gmx.de (kaumi)

Franz hat gesagt…

Enis und Gilgames wird schwierig. Vielleicht könnte man bei urs1798.wordpress.com um ein Post oder noch besser um ein Sticker auf der Startseite bitten. Beide waren auch dort unterwegs.

Melone hat einen eigenen Blog: syrieninfo.blogspot.de

Palmira weiss Bescheid.

LG Franz

PS Meine Mail: guanche@gmx.net

arprin hat gesagt…

apxwn:

Hier muss ich doch was klarstellen. Ich habe nie gesagt, dass Musin ein Antisemit ist. Ich sagte nur, dass Musin nicht politisch neutral ist, da er in besagtem Komitee arbeitet. Mehr nicht. Und in dieser Sache hast du mir damals zugestimmt.

Das Thema Antisemitismus kam lediglich in dem Blog auf, wo ich gelesen hatte, dass Musin in diesem Komitee ist, da in diesem Komitee auch Holocaustleugner tätig sind (also nicht bloß "Israelkritiker").

Und noch was: Hohmann, Jebsen, Augstein und Grass sind meiner Meinung nach Antisemiten, aber ich bin strikt gegen jede Zensur und setze mich mit ihren Argumenten auseinander. Was anderes kann man mir nun wirklich nicht vorwerfen.

apxwn hat gesagt…

Ich werfe dir nix vor. Frage mich nur, in wem aus diesem Komitee du einen "Holocaustleugner" erkennst (ist sowas wie ein Ketzer früher, nehme ich an - das Wort "Leugner" suggeriert geradezu, dass der "Holocaust" ein religiöses Dogma ist). Falls du über die Interna des Komitees Bescheid weißt, wirst du auch die zwischenzeitliche Opposition Musins zu selbigem mitbekommen haben...

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